Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, ganz herzlich laden wir Sie ein zu unserer Diskussionsrunde Oma und Opa - Helden oder Nazis? am Donnerstag, den 3. Dezember, um 19 Uhr im Glasbau im Künstlerhaus in Nürnberg. Der „Trümmerfrauen-Mythos“ zählt in Deutschland noch vielerorts zum Grundinventar der Erinnerung an die unmittelbare Nachkriegszeit. Umso größer war der Aufschrei, als zwei Abgeordnete der Grünen Landtagsfraktion vor knapp zwei Jahren in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion das Münchner „Trümmerfrauen“-Denkmal verhüllten und damit den Mythos in Frage stellten. Die zum Teil sehr hitzigen Reaktionen darauf zeigten, wie unhinterfragt der „Trümmerfrauen-Mythos“ viele Jahre war und wie umkämpft die Deutung der deutschen Vergangenheit noch immer ist. Auch für Nürnberg zeigen Forschungsergebnisse, dass die frühere Überlieferung des Wiederaufbaus nicht mehr haltbar ist. Ausgehend von dieser Debatte wollen wir uns – gemeinsam mit der Historikerin Dr. Leonie Treber und mit Steven Zahlaus vom Nürnberger Stadtarchiv – der Frage widmen, wie die Trümmerräumung in Nürnberg tatsächlich ablief und weshalb sich der Mythos der „Trümmerfrauen“ im kollektiven Gedächtnis der Stadt bis heute festsetzen konnte. Unsere Aufgabe sehen wir dabei grundsätzlich darin, geschichtsrevisionistischen und relativierenden Bestrebungen entgegenzuwirken und ein selbstreflektiertes und -kritisches Geschichtsbewusstsein zu befördern. Im Rahmen unserer Veranstaltung wollen wir uns deshalb – über die konkrete Debatte hinaus – sowohl mit der Frage beschäftigen, weshalb die NS-Vergangenheit noch immer ein derart umkämpftes geschichtspolitisches Terrain ist, als auch darüber diskutieren, wie eine moderne Erinnerungskultur in Bayern aussehen kann. Über Ihre/Eure Teilnahme an dieser Diskussion würden wir uns sehr freuen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und eine rege Diskussion - melden Sie sich gleich online an! Ihre Verena Osgyan Stv. Fraktionsvorsitzende |