Olga Benario und der brasilianische November-Putsch von 1935

2. Oktober 2014
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Jugend- und Kulturzentrum mon ami, Goetheplatz 11, 99423 Weimar
Veranstalter: Gedenkstätte Buchenwald

Olga Benario, in der DDR eine Ikone des Widerstands, ist in der BRD nur wenigen ein Begriff. 1908 in München in eine jüdisch-sozialdemokratische Anwaltsfamilie geboren, ging sie 1925 nach Berlin, wo sie sich in der Kommunistischen Jugend engagierte. Im April 1928 floh sie mit ihrem wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagten Lebensgefährten Otto Braun in die Sowjetunion. Dort militärisch ausgebildet, ging sie – wahrscheinlich im Auftrag der Kommunistischen Internationale (Komintern) – nach Brasilien. Als 1935 der dort vorbereitete Aufstand gegen den antikommunistischen Diktator Getúlio Vargas scheiterte, wurde Olga Benario nach Deutschland abgeschoben und dort inhaftiert. In der Haft brachte sie ihre Tochter Anita zur Welt. Im Frühjahr 1942 wurde Olga Benario im Rahmen der Vernichtungsaktion „14 f 13“ in der „Heil- und Pflegeanstalt Bernburg“ mit Giftgas ermordet. Vargas erhielt 1953 das Bundesverdienstkreuz.

Dr. Dieter Strauss war 33 Jahre lang für das Goethe-Institut tätig, u.a. rund 10 Jahre als Institutsleiter in Brasilien und Chile. In Brasilien erarbeitete er mit Olga Benarios Tochter Anita, heute Zeithistorikerin in Rio de Janeiro, einen Sammelband über die aktuelle Bedeutung ihrer Mutter. Dr. Strauss lebt als Referent, Sachbuch-Autor und Ausstellungsmacher in München.