(D 1941, ca. 133 min, Regie: Franz Steinhoff)
Einführung: Marian Kaiser M.A., Berlin
Mit Unterstützung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Der „Emil-Jannings-Film der Tobis” „Ohm Krüger” klagt im Jahr 1941 Entrechtung und Enteignung an, zeigt Bilder der Gewalt in Konzentrationslagern und setzt die Ermordung von unschuldigen Männern, Frauen, Kindern und Alten ins Bild – als Verbrechen englischer Kolonialgeschichte an südafrikanischen Buren. Der Film betreibt dabei eine Form antibritischer und antisemitischer Propaganda, die über die Strategien anderer Hetz- und Tendenzfilme weit hinausgeht: Er zeigt eine angeblich überhistorische „Wahrheit”, die mit den Mitteln des Films aus der historischen „Wirklichkeit” herausgeschält und als Handlungsanweisung an das deutsche Volk gerichtet wird. „Ohm Krüger” war mit 5,4 Mio. Reichsmark der zweitteuerste Film im „Dritten Reich” und erhielt das insgesamt nur fünfmal vergebene Prädikat „Film der Nation”.