Vortrag und Diskussion mit Magdalena Neumüller
Eine Frage, die für Sprengstoff sorgt - bis heute existieren dazu polarisierende Interpretationen: Während die einen eine 'österreichische' Verantwortung an Einzelpersonen festmachen oder die Geschichte erst mit dem 12. März 1938 zu erzählen beginnen, erklären andere die Schuld- zu einer Systemfrage und sehen den Austrofaschismus als Wegbereiter für den Nationalsozialismus in Österreich.
1947 wurde dem austrofaschistischen Staatssekretär für Äußeres, Guido Schmidt, in einem Hochverratsprozess vor einem österreichischen Volksgericht die Schuld am 'Anschluss' angelastet. Die Diskussion, war dies geschah, wie der Prozess gegen Guido Schmidt geführt und weshalb er freigesprochen wurde, erlaubt nicht nur Einblicke in die politische Situation Österreichs vor 1938, sondern auch vor allem in der Zeit ab 1945 und zeigt die bis heute anhaltende politische Brisanz des Themas.
Magdalena Neumüller ist Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.