Ökumenischer Gedenkgottesdienst für die Opfer der Novemberpogrome

Gottesdienst
14. November 2021
11:00 - 00:00 Uhr
Ort: KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstraße 75, 85221 Dacha
Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

Stadtdekan Bernhard Liess predigt in der Versöhnungskirche auf dem einstigen Gelände des Konzentrationslagers Dachau

Am Sonntag, 14. November 2021, 11 Uhr, findet in der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau ein ökumenischer Gottesdienst zum 83. Jahrestag der Novemberpogrome statt. Es wird an die Opfer und an das kirchliche Versagen erinnert, aber auch an die wenigen Christenmenschen, die in der NS-Zeit antisemitisch Verfolgte versteckten und retteten. Die Predigt hält der Münchner evangelische Stadtdekan Dr. Bern-hard Liess, Vorsitzender des internationalen Kuratoriums der Versöhnungskirche. Die Litur-gie gestaltet Pastoralreferentin Judith Einsiedel, Leiterin der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau und Bischöfliche Beauftragte für KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising, gemeinsam mit Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer der Versöhnungskirche und Beauftragter der bayerischen Landeskirche für Gedenkstättenarbeit.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 und in den folgenden Tagen verhaf-ten die Nationalsozialisten in Deutschland, in Österreich und im Sudetenland zehntausende Männer wegen ihrer jüdischen Herkunft. Etwa elftausend von ihnen werden in den völlig überbelegten Baracken des Konzentrationslagers Dachau einquartiert, unter ihnen auch drei Dachauer und etwa tausend Münchner. Nach wenigen Tagen kommt es zu den ersten Mord-taten von SS-Männern an den jüdischen Häftlingen. Bis April 1945 werden etwa 50.000 jüdische Männer, Frauen und Jugendliche aus ganz Europa ins KZ Dachau verschleppt, mehr als elftausend von ihnen werden ermordet.

Aus den christlichen Kirchen in Deutschland gibt es kaum Proteste gegen die November-pogrome und gegen den Holocaust.

Der Antisemitismus in Deutschland - und der Antijudaismus in den christlichen Kirchen - endete nicht mit dem Untergang des "Dritten Reiches". Immer wieder gab und gibt es Angriffe auf jüdische Einrichtungen und Menschen. Vor zwei Jahren machte ein Rechts-extremist am höchsten jüdischen Feiertag einen Anschlag auf die Synagoge in Halle.

Wir laden Sie ganz herzlich zu diesem Gedenkgottesdienst ein.

Hinweise

Wir bitten Sie freundlich am 14. November zwischen 10.30 Uhr und 10.45 Uhr im Innenhof des Klosters Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstraße 91, einzutreffen. Gäste unseres Gottesdienstes dürfen den Klosterparkplatz nutzen. Bitte halten Sie einen Nachweis bereit, dass Sie im Blick auf Corona vollständig geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sind. Sollten Sie ohne Nachweis kommen, stellen wir Ihnen am Zugang vom Karmel kostenlos einen Selbsttest zur Verfügung, den Sie vor Ort vornehmen können. Wir bitten Sie in diesem Fall bis spätestens 10.45 Uhr im Klosterhof einzutreffen. Nach der Kontrolle erreichen Sie dann die Versöhnungskirche, in der Sie bitte eine medizinische Maske oder eine FFP2-Maske tragen.

Alternativ können Sie das Gelände der KZ-Gedenkstätte auch über den Haupteingang am Besucher-zentrum betreten. Bitte halten Sie dann zum Betreten der Versöhnungskirche Ihre Eintrittskarte bereit, die Sie dort nach der Kontrolle Ihres 3G-Nachweises erhalten (vgl. Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen | KZ Gedenkstätte Dachau (kz-gedenkstaette-dachau.de). Wenn Sie diesen Weg wählen, können Sie den Besuch unseres Gottesdienstes auch mit dem Besuch der Gedenkstätte verbinden. Wer über den Klosterhof kommt, muss das Gelände nach dem Gottesdienst auch direkt wieder über den Klosterhof verlassen.

Wir bitten Sie um Verständnis für diese Regelungen. Nur durch die Einhaltung der 3G-Regeln können wir in unserer recht kleinen Versöhnungskirche auf die Abstände zwischen den Sitzplätzen verzichten und allen Interessierten einen Platz anbieten. Wir feiern den Gottesdienst im beheizten Gesprächs-raum, unserer "Winterkirche", umgeben von Porträtfotos von Dachau-Überlebenden, die Sr. Elija Boßler OCD vom Karmel Heilig Blut Dachau aufgenommen hat.

Eine Anmeldung zum Gottesdienst ist nicht nötig.

Personen mit starken Mobilitätseinschränkungen, die Unterstützung benötigen, melden sich bitte im Vorfeld im Büro der Versöhnungskirche: Tel. 08131/13644 oder info@versoehnungskirche-dachau.de. Inzwischen ist die Versöhnungskirche auch mit Rollstuhl und Rollator über einen barrierefreien Zugang zu erreichen.

Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker Landeskirchlicher Beauftragter für evangelische Gedenkstättenarbeit Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau Alte Römerstraße 87 85221 Dachau Tel. 08131/272601 bjoern.mensing@elkb.de www.versoehnungskirche-dachau.de