Lesung: Texte von George Bell
Begrüßung und Lesung: Pfarrerin Marion Gardei
Kommentierung: Prof. Dr. Peter Steinbach, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Mannheim und Wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin
St. Annen-Kirche
Ecke Königin-Luise-Straße/Pacelliallee, 14195 Berlin-Dahlem
Eintritt frei
(Gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Dahlem)
George Bell (1883–1958), Bischof von Chichester, verband eine enge Freundschaft mit Dietrich Bonhoeffer, den er 1933 in London kennenlernte. Bell war in der ökumenischen Bewegung aktiv und setzte sich in der NS-Zeit immer wieder öffentlich für die Bekennende Kirche ein. Er protestierte gegen die Inhaftierung Martin Niemöllers, unterstützte die Arbeit des „Büro Pfarrer Grüber” und ermöglichte vielen Christen jüdischer Herkunft die Flucht nach England. Von Dezember 1937 bis Januar 1958 gehörte Bell dem britischen „House of Lords” als Mitglied an, vor dem er häufig sprach. In seiner Rede vom 10. März 1943 appellierte er an die Regierung, bei den Kriegszielen „zwischen Deutschland und dem Hitlerstaat” zu unterscheiden. Zu seinen zentralen Themen gehörte auch nach 1945 die Zukunft Europas. Seine Abschiedsrede galt den „gegen die Religionsfreiheit gerichteten Entwicklungen in Ostdeutschland”.
Die von Peter Raina herausgegebene Publikation mit Reden George Bells vor dem britischen Oberhaus und dem Briefwechsel mit dem „Stellvertreter des Führers” Rudolf Heß aus den Jahren September 1935 bis Juli 1937 erschien 2009 in englischer Sprache. Angeregt durch Pfarrer i.R. Rudolf Weckerling (geb. 3.5.1911), der Bischof George Bell persönlich kannte, liegt das Buch seit Mai 2012 in deutscher Übersetzung vor.