Podiumsdiskussion mit Efraim Zuroff
NS-Kollaboration in Litauen
(im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus)
Die Buchveröffentlichung „Die Unsrigen“ (2016) sorgte in Litauen für
Furore. Darin fordert die litauische Autorin Ruta Vanagaite, das Land
müsse endlich anerkennen, dass sowohl die NS-Kollaborateure als auch die
jüdischen Opfer Landsleute waren und der Völkermord in Litauen nicht
allein von „den Deutschen“ zu verantworten ist. Seit der litauischen
Unabhängigkeit ist kein einziger litauischer Kollaborateur verurteilt
worden, alle Verfahren wurden verschleppt. In der Forschung ist die
vergleichsweise hohe Beteiligung der Litauer an den Morden hingegen
längst belegt.
Für die Recherchen besuchte Ruta Vanagaite gemeinsam mit Efraim Zuroff
die vergessenen Mordstätten Litauens und sprach mit den letzten Zeugen.
Sie erhielt daraufhin Dutzende von Anrufen von Litauern, die über ihre
Familiengeschichten berichteten. Im Sommer 2016 fand erstmals ein
Trauermarsch zu einem jüdischen Massengrab in der litauischen Provinz
statt, an dem die kulturelle Elite des Landes teilnahm.
Die Journalistin Judith Leister diskutiert mit Ruta Vanagaite und Efraim
Zuroff (Co-Autor und Direktor des Simon Wiesenthal Centers, Jerusalem)
über die NS-Kollaboration in Litauen und den Umgang des Landes mit
diesem schwierigen Teil seiner Vergangenheit. Die Veranstaltung wird
übersetzt.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem
Jüdischen Museum München und dem Honorarkonsulat der Republik Litauen,
München