Angesichts des Vorrückens der US-Armee und der nahen Befreiung des Konzentrationslagers Dachau brachte die SS am 26. April 1945 etwa 9000 Häftlinge auf den Weg in Richtung Alpen. Die meisten mussten sich zu Fuß auf den Todesmarsch machen, andere wurden in Zügen und Bussen abtransportiert. Wer nicht mehr weitergehen konnte, blieb am Straßenrand liegen und wurde von SS-Männern ermordet. Manche starben bei irrtümlichen alliierten Luftangriffen auf die Züge. Mehr als 1000 Häftlinge starben im Zusammenhang mit der Teilräumung. Zum Auftakt in der Versöhnungskirche sprechen Abba Naor (Israel), der vor 70 Jahren als Jugendlicher vom KZ Dachau aus auf den Todesmarsch getrieben wurde, und Diakon Fritz Koeniger, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem KZ wohnte. Herzog Franz von Bayern – als „Sippenhäftling“ mit 11 Jahren im Zug abtransportiert – und Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann nehmen als Ehrengäste teil. Im Anschluss wird ein Stationenweg den ersten Kilometern des Todesmarsches durch Dachau und Karlsfeld folgen. Der Weg führt an einer maroden Barackenunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände eines früheren KZ-Außenlagers entlang. An dieser Station setzten der »Runde Tisch gegen Rassismus Dachau« und der Arbeitskreis Asyl ein Zeichen für eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge und gegen aktuelle Menschenrechtsverletzungen.
Kooperation: Evangelisches Podium Dachau und Dachauer Forum