In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es in Berlin, wie im gesamten Deutschen Reich, zur Plünderung, Zerstörung und Verwüstung zahlreicher Synagogen, jüdischer Geschäfte, Wohnungen und Schulen. Mindestens 30.000 Jüd:innen und Juden wurden verhaftet, hunderte wurden ermordet oder nahmen sich das Leben. Der 9. November markiert somit den Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung der deutschen Juden zur systematischen Verfolgung, die nur wenig später in den Holocaust mündete. Heute, 86 Jahre später, erinnern wir uns nicht nur an die Opfer dieser schrecklichen Ereignisse, sondern stellen uns auch der Verantwortung, Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen.
Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gedenken mit dieser gemeinsamen Veranstaltung diesem wichtigen Jahrestag. Angesichts des Erstarkens des Antisemitismus in Deutschland und Europa fragen wir uns: Wie können wir der wachsenden Bedrohung durch Hass und Gewalt begegnen? Welche Rolle spielen dabei Bildung, Erinnerungskultur und Zivilgesellschaft.
18:00 Uhr
Einlass
18:30 Uhr
Eröffnung und Begrüßung
Dr. Andrea Despot
Vorstandsvorsitzende der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
Alexander Barth
Leiter des Länderbüros Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
18:40 Uhr
Musikalischer Auftakt
Pagina d'album - Michele Mangani
Klarinettenquartett Berlin
18:50 Uhr
Lesung von zeitgenössischen Quellen zur Pogromnacht
Junge Menschen die sich in erinnerungskulturellen Projekten engagieren, lesen Dokumente aus der Edition “Verfolgung und Ermordung der Europäischen Juden 1933-1945"
19:00 Uhr
Impulsvortrag
Der 9. November 1938 als Datum der endgültigen Grenzüberschreitung. Quellenkritische Analyse zur Geschichte der Novemberpogrome.
Dr. Christoph Kreutzmüller
Historiker und Vorsitzender des Vereins Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.
19:15 Uhr
Musikalisches Zwischenspiel
Petite Fleur - Sidney Bechet
Klarinettenquartett Berlin
19:20 Uhr
Gesprächsrunde
Anikó Glogowski-Merten MdB
Kulturpolitische Sprecherin der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag
Dr. Andrea Despot
Vorstandsvorsitzende der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
Marina Chernivsky
Leiterin des Kompetenzzentrums für antisemitismuskritische Bildung und Forschung sowie der OFEK e.V. - Beratungsstellen bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung
Dr. Christoph Kreutzmüller
Historiker und Vorsitzender des Vereins Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.
Moderation:
Dr. Wolther von Kieseritzky
20:20 Uhr
Musikalischer Abschluss
Lakme Flower Duet - Leo Delibes
Klarinettenquartett Berlin
20:30 Uhr
Kleiner Empfang
Löwenfoyer
21:00 Uhr
Ende der Veranstaltung