Das nationalsozialistische Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager waren eng miteinander vernetzt und wurden systematisch in das seit 1933 wachsende Konzentrationslagersystem integriert. Die SS baute durch institutionelle, personelle und strukturelle Netzwerke ihren Einflussbereich zunehmend aus, Häftlinge wurden aus den verschiedensten Lagern nach Natzweiler oder in dessen Außenlager verschleppt von der SS verwaltet und für die unterschiedlichsten Zwecke ausgebeutet.
Wer die Geschichte von Natzweiler und seinen Außenlagern untersucht, untersucht auch deren Stellung und Bedeutung im großen Netzwerk der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
Im Rahmen des deutsch-französischen VGKN-Kolloquiums vom 28.-30.10.22 in Rastatt sollen diese historischen Netzwerke nachgezeichnet werden. Aktuelle Netzwerke zwischen Historiker*innen zeigen neue wissenschaftlichen Erkenntnisse und pädagogische Ansätze.
Dr. Robert Steegmann und André Heck stellen die digitale Natzweiler Häftlingsdatenbank „Wir waren 52.000“/"Nous étions 52 000" vor und zeigen den Umgang sowie Nutzungsmöglichkeiten mit anschließenden Fallbeispielen aus der Praxis. Dr. Stefan Hördler zeigt in seinem Vortrag „In der zweiten Reihe? Natzweiler im Personalsystem der SS, 1941-1944“ die personellen Verbindungen zwischen den KL Auschwitz und Natzweiler auf, Loïc Lutz und Dr. Gabriele Moser stellen die vielseitigen Verflechtungen zwischen der Medizinischen Fakultät der Reichsuniversität Straßburg und das Konzentrationslager Natzweiler vor. Die juristische Aufarbeitung der Geschichte von Natzweiler wird Marlene Kottmann in ihrem Vortrag über die Rastatter Prozesse beleuchten. Pädagogische Materialien zur Arbeit mit Jugend- und Projektgruppen präsentieren Angelina Schaefer und Christopher Gomer ("Mit Jugendlichen vor Ort arbeiten": Vorstellung der Ergebnisse des Kooperationsprojekts“).
Anmeldung bis 14.10.2022