Wie kommt es, dass sich unter den zahlreichen Zeugnissen von jüdischen Überlebenden des Holocaust fast keine jüdische homosexuelle Stimme befindet? Es gab schwule und lesbische jüdische Deportierte, die jedoch nach dem Ende des Krieges nicht über ihre sexuelle Orientierung berichteten – nicht zuletzt auch deshalb, weil das Thema Homosexualität lange tabuisiert war. In ihrem Vortrag beleuchtet Anna Hajkova die Leerstellen wie auch die manifeste Homophobie in vielen Überlebenden-Erinnerungen und fragt, was dies für das Schreiben queerer Geschichten heißt.
Referentin: Dr. Anna Hájková, Assistant Professor of Modern Continental European History, University of Warwick.