| Nach der NS-Zeit: Der Lagerarzt des KZs Hinzert als Kinderarzt |
| Vortrag von Dr. Thomas Schnitzler über den Lagerarzt des KZs Hinzert in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert am Freitag, 8. April 2016 |
Am Freitag,8. April2016um 18.30 Uhr präsentiert Dr. Thomas Schnitzler in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert die aktuellen Erkenntnisse über Theophil Hackethal, seine Tätigkeit als Lagerarzt des SS-Sonderlagers /KZ Hinzert und seinen Werdegang in den Nachkriegsjahren.
In seinem Vortrag erläutert Dr. Thomas Schnitzler Hackethals Nachkriegsleben im politischen Kontext der Wiederaufbaujahre. Ein halbes Jahrhundert nach seiner Anklage und dem folgenden Schuldspruch erhielt die Öffentlichkeit erstmals umfassende Kenntnisse über Theophil Hackethals Vergangenheit als Lagerarzt von Hinzert. Kollektives Verdrängen verhinderte die Aufarbeitung auch in der Region.
Lagerarzt Theophil Hackethal
Der 1883 in Mönchengladbach geborene Theophil Hackethal, SS-Obersturmbannführer, war gleichzeitig als Chirurg leitender Arzt des Sankt Josephs Krankenhauses von Hermeskeil und der zuständige Arzt für das SS-Sonderlager/KZ Hinzert.
Aufgrund dieser Tätigkeit wurde er am 28. Oktober 1948 von dem französischen Militärtribunal, das in Rastatt tagte, zu sieben Jahren Zuchthaus, verbunden mit Zwangsarbeit und Einzug des Privatvermögens verurteilt. Mitte der fünfziger Jahre ließ er sich erneut als Kinderarzt in Hermeskeil nieder, wo er 1959 starb.
Dr. Thomas Schnitzler
wurde am 25. November 1956 in Trier geboren. Er studierte von 1980 - 1988 Amerikanistik und Sportwissenschaften an der Karl-Franzens Universität Graz/Österreich und an der Deutschen Sporthochschule Köln. 1989 - 1992 Promotionsstudium in Geschichte und Sportwissenschaft mit den Schwerpunkten Geschichte und Pädagogik an der Universität Trier und der Deutschen Sporthochschule Köln. Er promovierte 1993. 2004 erreichte er seine Habilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er ist Initiator des Gedenkprojektes Stolpersteine in Trier (Kooperation Kulturverein Kürenz) und Initiator des Gedenkprojektes Stolpersteine für verfolgte NS-Opfer des Sports in Mainz, Berlin und den Niederlanden. 2014 war er Initiator (mit der Georg-Meistermann-Gesellschaft) der Stolpersteinverlegung vor der JVA in Wittlich.