Mordechai Strigler, Majdanek (1947/2016)

17. Oktober 2016
18:15 - 00:00 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 411
Veranstalter: Fritz Bauer Institut

Buchvorstellung mit

Dr. Christoph Dieckmann: Moderation und Einführung zu Majdanek als realer Ort

Dr. Susanne Klingenstein: Mordechai Striglers Majdanek in der jiddischen Erinnerungsliteratur

Esther Alexander-Ihme: Lesung in jiddischer Sprache

und anschließender Diskussion

Mordechai Strigler (1918–1998) begann kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald im April 1945, seine Erfahrungen im Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek in literarischer Form zu verarbeiten. Er legt jedoch keine nüchterne Schilderung des Lebens und Leidens der jüdischen Häftlinge vor, sondern reflektiert tiefgründig die Psychologie und Reaktionen der Opfer und ihrer Henker von der SS. Strigler kaschiert nicht die Fehler und menschlichen Schwächen der Opfer, über die er wie von Wesen aus Fleisch und Blut berichten möchte. »Majdanek« wurde bereits 1947 auf Jiddisch veröffentlicht.

Anlässlich der Übersetzung dieses Werkes ins Deutsche wird die in Harvard lehrende Literaturwissenschaftlerin Susanne Klingenstein Striglers Buch mit der Geschichte der jiddischen Literatur verbinden und den Entstehungskontext dieses erstaunlichen Zeitzeugnisses erläutern. Lesungen aus dem jiddischen Text und einführende Bemerkungen zur Geschichte von Majdanek rahmen Klingensteins Überlegungen ein.

 

Mordechai Strigler

Majdanek. Verloschene Lichter

Ein früher Zeitzeugenbericht vom Todeslager

Mit einem aktuellen Vorwort von Yechiel Szeintuch, eingeleitet von H. Leivick, hrsg. von Frank Beer

Aus dem Jiddischen von Sigrid Beisel (Originalausgabe: Buenos Aires, 1947) Springe: zu Klampen! Verlag, 2016, 228 S, € 24,–; ISBN 9783866745278  Dr. Susanne Caroline Klingenstein ist eine deutschamerikanische Literaturwissenschaftlerin, Dozentin für Literatur in Harvard und am Massachusetts Institute of Technology. Seit 2001 ist sie zudem Direktorin des Curriculums des »Harvard-Massachusetts Institute of Technology Division Health Science and Technology«. 2014 erschien ihr Buch Mendele, der Buchhändler im Harrassowitz Verlag.  Dr. Christoph Dieckmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. Zur Zeit arbeitet er an dem Projekt »Jüdische Diskussionen im Exil in den zwanziger Jahren: Die Pogrome 1918–1921 und der ›jüdische Bolschewismus‹«  Eine Veranstaltung des Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.