Deadline: 13.06.2014
Die nationalsozialistischen Verbrechen bilden seit rund 70 Jahren einen zentralen Bezugsrahmen im kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Dazu zählt die mörderische Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen in der NS-Rüstungsproduktion. Das Konzentrationslager Mittelbau-Dora im Harz und die Heeresversuchsanstalt Peenemünde mit ihren KZ-Außenlagern stehen in besonderem Maße für die Fertigung der sogenannten „Vergeltungswaffen“ unter den katastrophalen Bedingungen des Lagerterrors.
Prägend für die öffentliche Präsenz der KZ-Geschichte nach 1945 ist bis heute ihre mediale Darstellung in Kinofilmen und TV-Dokumentationen. Vielfach wurden Mittelbau-Dora, Peenemünde und die oft mystifizierten V-Waffen filmisch verarbeitet. Dabei haben sich vor allem ihre visuelle Inszenierung und ihre politische Deutung während und nach der deutschen Teilung immer wieder verändert. Doch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den wechselhaften Geschichtsbildern beider Orte im Film steht erst am Anfang.
Die wissenschaftliche Tagung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora möchte die bisherigen Ansätze zusammenführen, Anregungen für eine vertiefende Forschung geben und das interdisziplinäre Gespräch zwischen Historikern, Film- und Politikwissenschaftlern, Pädagogen und interessierten Laien ermöglichen.
Veranstalter der Tagung ist die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Freitag, 20. Juni 2014
ab 12.00 Uhr Anreise und Anmeldung im Tagungsbüro im Foyer des Museumsgebäudes der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Möglichkeit zur individuellen Besichtigung der Gedenkstätte
13.00-13.15 Uhr Begrüßung und Einführung
(Dr. Jens-Christian Wagner, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora)
Panel 1
Geschichtsbilder nach 1945: Der Nationalsozialismus als filmisches Thema im Zeichen der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz
Moderation: Dr. Regine Heubaum, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
13.15-14.00 Uhr Dr. Christoph Classen, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam:
Nach dem Zusammenbruch. Zur Thematisierung der NS-Vergangenheit im bundesdeutschen Nachkriegsfilm
14.00-14.45 Uhr Dr. Anne Barnert, Institut für Zeitgeschichte, Berlin:
DEFA-Filme zwischen Aufarbeitung und Ideologie: Zur Visualisierung des DDR-Antifaschismus im osteuropäischen Kontext
14.45-15.30 Uhr Kaffeepause
Panel 2
Zwischen filmischer Inszenierung und politischer Instrumentalisierung: Mittelbau-Dora und Peenemünde nach 1945
Moderation: Andreas-Froese-Karow, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
15.30-16.15 Uhr PD Dr. Karsten Uhl, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg:
„Ich greife nach den Sternen“. Zur Entstehung und Rezeption des biographischen Spielfilms über Wernher von Braun
16.15-17.00 Uhr Dr. Burghard Ciesla, Universität Potsdam:
„Die gefrorenen Blitze“: Wahrheit und Dichtung eines antifaschistischen Monumentalwerkes
17.00-17.15 Uhr Kaffeepause
Panel 4 (Teil 1)
Nach dem Ende des Kalten Krieges: Neue filmische Sichtweisen?
Moderation: Dr. Jens-Christian Wagner, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
17.15-18.00 Uhr Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, HFF Potsdam:
Woran erinnern? Gesamtdeutsche Perspektiven auf NS-Rüstungspolitik und KZ-Zwangsarbeit im Film
18.00-20.00 Uhr Abendessen und gemütlicher Ausklang
Optionales Abendprogramm
20.00-21.30 Uhr Präsentation des neuen Films der KZ-Gedenkstätte
Mittelbau-Dora: „Dora. KZ des ‚Totalen Krieges‘“ (D 2014, Regie: Loretta Walz)
Samstag, 21. Juni 2014
Panel 3
Populäres Massenkino: Der V2-Mythos in Agentenfilmen, Satiren und Spionagethrillern
Moderation: Dr. Michael Löffelsender, Gedenkstätte Buchenwald
09.30-10.15 Uhr PD Dr. Jochen Strobel, Philipps-Universität Marburg:
Visuelle Technik(t)räume: Die Ästhetik des Spionagefilms im Zeichen des Kalten Krieges
10.15-11.00 Uhr Dr. Bruno Arich-Gerz, Köln/Darmstadt:
„Das Böse im Berg“: Untertage-Verlagerung und Weltherrschaftsstreben im westlichen Unterhaltungsfilm
11.00-11.30 Uhr Kaffeepause
Panel 4 (Teil 2)
Nach dem Ende des Kalten Krieges: Neue filmische Sichtweisen?
Moderation: Dr. Jens-Christian Wagner, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
11.30-12.15 Uhr Ronald Hirte, Gedenkstätte Buchenwald, Weimar:
„Histotainment“ als Quotenrenner. Geschichtsjournalismus zwischen neuer Visualisierung und medialer Vermarktung
12.15-13.00 Uhr Abschlussdiskussion: Rückblick und Ausblick
13.00-14.00 Uhr Mittagessen
Optionales Nachmittagsprogramm
14.00-16.00 Uhr Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (Ständige Ausstellung, Außengelände, Besucherstollenanlage)
Bis 18.00 Uhr Möglichkeit zur individuellen Besichtigung der Gedenkstätte
Kontakt:
KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Andreas Froese-Karow
Fon: +49 (0)3631 495 823
Fax: +49 (0)3631 495 813
Mail: afroese-karow@dora.de
URL: Weitere Informationen zu dieser Tagung finden Sie auf unserer Internetseite