Mittelbau-Dora und Peenemünde im Film

20. Juni 2014 -
21. Juni 2014
Ort: Nordhausen
Veranstalter: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Deadline:    13.06.2014

Die nationalsozialistischen Verbrechen bilden seit rund 70 Jahren einen zentralen Bezugsrahmen im kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Dazu zählt die mörderische Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen in der NS-Rüstungsproduktion. Das Konzentrationslager Mittelbau-Dora im Harz und die Heeresversuchsanstalt Peenemünde mit ihren KZ-Außenlagern stehen in besonderem Maße für die Fertigung der sogenannten „Vergeltungswaffen“ unter den katastrophalen Bedingungen des Lagerterrors.

Prägend für die öffentliche Präsenz der KZ-Geschichte nach 1945 ist bis heute ihre mediale Darstellung in Kinofilmen und TV-Dokumentationen. Vielfach wurden Mittelbau-Dora, Peenemünde und die oft mystifizierten V-Waffen filmisch verarbeitet. Dabei haben sich vor allem ihre visuelle Inszenierung und ihre politische Deutung während und nach der deutschen Teilung immer wieder verändert. Doch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den wechselhaften Geschichtsbildern beider Orte im Film steht erst am Anfang.

Die wissenschaftliche Tagung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora möchte die bisherigen Ansätze zusammenführen, Anregungen für eine vertiefende Forschung geben und das interdisziplinäre Gespräch zwischen Historikern, Film- und Politikwissenschaftlern, Pädagogen und interessierten Laien ermöglichen.

Veranstalter der Tagung ist die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Freitag, 20. Juni 2014

ab 12.00 Uhr Anreise und Anmeldung im Tagungsbüro im Foyer des Museumsgebäudes der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Möglichkeit zur individuellen Besichtigung der Gedenkstätte

13.00-13.15 Uhr    Begrüßung und Einführung

(Dr. Jens-Christian Wagner, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora)

Panel 1

Geschichtsbilder nach 1945: Der Nationalsozialismus als filmisches Thema im Zeichen der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz

Moderation: Dr. Regine Heubaum, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

13.15-14.00 Uhr    Dr. Christoph Classen, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam:

Nach dem Zusammenbruch. Zur Thematisierung der NS-Vergangenheit im bundesdeutschen Nachkriegsfilm

14.00-14.45 Uhr    Dr. Anne Barnert, Institut für Zeitgeschichte, Berlin:

DEFA-Filme zwischen Aufarbeitung und Ideologie: Zur Visualisierung des DDR-Antifaschismus im osteuropäischen Kontext

14.45-15.30 Uhr    Kaffeepause

Panel 2

Zwischen filmischer Inszenierung und politischer Instrumentalisierung: Mittelbau-Dora und Peenemünde nach 1945

Moderation: Andreas-Froese-Karow, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

15.30-16.15 Uhr    PD Dr. Karsten Uhl, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg:

„Ich greife nach den Sternen“. Zur Entstehung und Rezeption des biographischen Spielfilms über Wernher von Braun

16.15-17.00 Uhr    Dr. Burghard Ciesla, Universität Potsdam:

„Die gefrorenen Blitze“: Wahrheit und Dichtung eines antifaschistischen Monumentalwerkes

17.00-17.15 Uhr    Kaffeepause

Panel 4 (Teil 1)

Nach dem Ende des Kalten Krieges: Neue filmische Sichtweisen?

Moderation: Dr. Jens-Christian Wagner, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

17.15-18.00 Uhr    Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, HFF Potsdam:

Woran erinnern? Gesamtdeutsche Perspektiven auf NS-Rüstungspolitik und KZ-Zwangsarbeit im Film

18.00-20.00 Uhr    Abendessen und gemütlicher Ausklang

Optionales Abendprogramm

20.00-21.30 Uhr Präsentation des neuen Films der KZ-Gedenkstätte

Mittelbau-Dora: „Dora. KZ des ‚Totalen Krieges‘“ (D 2014, Regie: Loretta Walz)

Samstag, 21. Juni 2014

Panel 3

Populäres Massenkino: Der V2-Mythos in Agentenfilmen, Satiren und Spionagethrillern

Moderation: Dr. Michael Löffelsender, Gedenkstätte Buchenwald

09.30-10.15 Uhr    PD Dr. Jochen Strobel, Philipps-Universität Marburg:

Visuelle Technik(t)räume: Die Ästhetik des Spionagefilms im Zeichen des Kalten Krieges

10.15-11.00 Uhr    Dr. Bruno Arich-Gerz, Köln/Darmstadt:

„Das Böse im Berg“: Untertage-Verlagerung und Weltherrschaftsstreben im westlichen Unterhaltungsfilm

11.00-11.30 Uhr    Kaffeepause

Panel 4 (Teil 2)

Nach dem Ende des Kalten Krieges: Neue filmische Sichtweisen?

Moderation: Dr. Jens-Christian Wagner, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

11.30-12.15 Uhr    Ronald Hirte, Gedenkstätte Buchenwald, Weimar:

„Histotainment“ als Quotenrenner. Geschichtsjournalismus zwischen neuer Visualisierung und medialer Vermarktung

12.15-13.00 Uhr Abschlussdiskussion: Rückblick und Ausblick

13.00-14.00 Uhr    Mittagessen

Optionales Nachmittagsprogramm

14.00-16.00 Uhr    Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (Ständige Ausstellung, Außengelände, Besucherstollenanlage)

Bis 18.00 Uhr Möglichkeit zur individuellen Besichtigung der Gedenkstätte

Kontakt:    

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Andreas Froese-Karow

Fon: +49 (0)3631 495 823

Fax: +49 (0)3631 495 813

Mail: afroese-karow@dora.de

URL:    Weitere Informationen zu dieser Tagung finden Sie auf unserer Internetseite