„Hitlers Hitparade“ in der Gedenkstätte: Film und Diskussion
Umstritten war der Streifen von Anfang an. Schon am Namen entzündeten sich die Gemüter, als der Film 2005 erstmals auf dem Sender Arte – zu später Stunden - gesendet wurde. „Hitlers Hitparade“ ist eine Collage aus historischen Filmdokumenten, die die Schrecken der NS-Diktatur ebenso zeigen wie den Alltag im Dritten Reich. Der Zusammenschnitt besteht aus Nazi- Propaganda, die Spiel-, Amateur – oder Trickfilmszenen entnommen wurden. Dazu ertönt zeitgenössische Tanz- und Unterhaltungsmusik aus der Zeit des Dritten Reiches.
Am Sonntag, den 5. März 2017 wird der Produzent von „Hitlers Hitparade“, Cay Wesnigk, um 15 Uhr seinen Film in der Gedenkstätte Ahrensbök zeigen. Er wird sich im Anschluss während einer Gesprächsrunde Fragen von Interessierten stellen. „Hitlers Hitparade“ wurde 2005 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, die renommierteste Auszeichnung für Fernsehsendungen in Deutschland. Wesnigk, 1962 in Bad Schwartau geboren, arbeitet als Autor, Regisseur und Produzent bei zahlreichen Filmen und Projekten mit. Er produziert außerdem Kinospots u. a. für Zivilcourage und gegen Rassismus.
„Hitlers Hitparade“ verzichtet auf gesprochene Kommentierung. Er zeichnet einerseits ein beklemmendes Bild des Dritten Reichs mit Beispielen von Rassenhass, Fotos toter Soldaten, Ansichten aus Konzentrationslagern. Diese Bilder werden mit flotter Musik unterlegt. Ob man das dürfe, fragten sich vor zwölf Jahren die Juroren der Grimme-Preis-Kommission. „Die Antwort heißt: Womöglich muss man das sogar“, urteilte damals die Jury. Interessierte sind zu dieser Veranstaltung in die Gedenkstätte Ahrensbök eingeladen.