Memory Gaps - Aktion des Gedenkens von Konstanze Sailer: "Weibern"

Ausstellung
1. März 2016 -
31. März 2016
Ort: Galerie Kunststube, Antonia-Hamedinger-Weg 42, 4780 Schärding
Veranstalter: Memory Gaps

Antonia Hamedinger

(* 11. Juni 1897 in Tyczyn, Polen; † vermutlich 1942 im Konzentrationslager Ravensbrück) kam 1913 nach Wien, um die Handelsschule zu besuchen. Ihre Familie wurde im Ersten Weltkrieg getötet, Antonia verließ als jüdischer Flüchtling Wien und zog nach Oberösterreich, wo sie nach dem Tod ihres Ehemannes 1933 als Alleinerzieherin mit zwei Kindern als Köchin, Haushälterin und Ziegelei-Arbeiterin lebte. Im oberösterreichischen Ort Weibern wohnhaft, wurde sie 1941 unter dem nicht verifizierten Vorwand der Beihilfe zur Abtreibung in „Schutzhaft“ genommen, und als „Befristeter Vorbeugehäftling“ in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Ihre Registrierung am 11. Sept. 1942 unter der Häftlingsnummer 13931 ist der nach gegenwärtigem Stand der Häftlingsdokumentation letzte Eintrag. Vermutungen legen nahe, dass Antonia Hamedinger 1942 entweder im KZ-Ravensbrück oder im KZ-Auschwitz ermordet wurde.


Bis zum heutigen Tag existiert in Oberösterreich keine Straße, die ihren Namen trägt. Hingegen sind nach Richard Billinger heute noch in Schärding und mehreren weiteren oberösterreichischen Orten Straßen und sogar eine Volksschule benannt. Billinger war Schriftsteller, der als homosexueller Künstler zwar selbst die NS-Verfolgung fürchtete, sich jedoch als NS-Mitläufer ab 1933 überaus erfolgreich in München und Berlin als Dichter, Dramatiker und Drehbuchautor etablierte. Anstelle von Richard Billinger sollte künftig in einer der Gemeinden Oberösterreichs an Antonia Hamedinger erinnert werden.


Weitere Informationen auf der Website