Anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar widmet sich der Bundestag 2017 in einer Gedenkstunde erstmals den mehr als 200.000 Opfern der NS-"Euthanasie". Deren Angehörige haben sich nach dem Krieg häufig nicht getraut nachzufragen, wurden bei ihren Recherchen nicht unterstützt oder von den Kliniken angelogen. So sind die ermordeten Verwandten häufig aus dem Familiengedächtnis verschwunden oder verdrängt worden. Auch in der
Gesellschaft setzte ein Gedenken zögerlich ein. Es ist aber nicht zu spät, die Opfer zurück in die Familie und in die Gesellschaft zu holen und ihr Schicksal zu klären.
In der Münchner Gedenkinitiative für die "Euthanasie"-Opfer engagieren sich viele Angehörige. Sie erzählen die Lebensgeschichten ihrer ermordeten Familienmitglieder, berichten von ihren Bemühungen um Aufklärung deren Schicksale und diskutieren, wie ein würdiges Gedenken in der Familie und in der Gesellschaft aussehen kann. Für Angehörige und Betroffene besteht nach der Veranstaltung die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch Recherchehinweise zum Schicksal von Angehörigen zu erhalten.
Grußworte: Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers und Peter Schmidt, Sohn des Autors Dr. Gerhard Schmidt ("Selektion in der Heilanstalt 1939-1945")
Einführung: Prof. Dr. Michael von Cranach
Moderation: Dr. Sibylle von Tiedemann
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.