Vortrag: Moritz Pfeiffer, Wewelsburg
Moderation: Prof. Dr. Hajo Funke, Berlin
Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei
Moritz Pfeiffer hat seine Großeltern, vor allem seinen Großvater, nach deren Haltung und Erlebnissen im „Dritten Reich” und im Zweiten Weltkrieg befragt. Die Erinnerungen verglich er mit zeitgenössischen Quellen und der aktuellen Forschungsliteratur. Sein gerade erschienenes Buch Mein Großvater im Krieg 1939–1945. Erinnerung und Fakten im Vergleich (2012) behandelt diese innerfamiliäre Spurensuche. Seine Großmutter war „Jungmädelführerin” beim „Bund Deutscher Mädel”, sein Großvater Wehrmachtsoffizier. Ohne die Großeltern aus sicherer historischer Distanz verurteilen zu wollen, aber auch ohne pauschales Wunschdenken „Opa war kein Nazi” (Harald Welzer) durchleuchtet Pfeiffers Buch eine durchschnittliche deutsche Familiengeschichte. An diesem Beispiel macht er „die Mechanismen von Erinnern, Vergessen und Verdrängen einsehbar” (Wolfram Wette).
Moritz Pfeiffer, 1982 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kreismuseum Wewelsburg, Abteilung „Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933–1945: Ideologie und Terror der SS” und arbeitet derzeit in einem Forschungsprojekt an der Edition des Taschenkalenders Heinrich Himmlers für das Jahr 1940. Er absolvierte ein Studium der Neueren und Neuesten Geschichte und der Romanischen Philologie in Freiburg i.Br. Die vorliegende Publikation ist eine leicht erweiterte Version seiner Magisterarbeit.
Hajo Funke, 1944 geboren, ist Professor a.D. am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin im Bereich Politik und Kultur und lehrt seit 2008 am Fachbereich für Holocaust Studien des Touro College Berlin. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Bedingungen der Kommunikation und der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland und Europa.