Lernen aus der Geschichte – aber wie? Menschenrechtsbildung und gegenwartsbezogene Gedenkstättenpädagogik

Tagung/Seminar/Workshop
10. Mai 2010
Ort: Rathaus Celle, Gedenkstätte Lager Sandbostel, Gedenkstätte NS-Psychiatrie Lüneburg, Gedenkstätte Bergen-Belsen
Veranstalter: Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Fortbildungsreihe zu Grundlagen, Methoden und Praxis

(mit Zertifikat)


Nach der Befreiung von der NS-Herrschaft am 8. Mai 1945 wurde das „Nie wieder!“ zu einer zentralen Grundlage der demokratischen deutschen Gesellschaft. ‚Aus der Geschichte lernen‘ wurde – besonders in der Pädagogik – zur Maxime, um einer Wiederholung des Nationalsozialismus vorzubeugen.

Dazu haben sich seit den 1980er Jahren Gedenkstätten als Lernorte etablieren können. Der wachsende zeitliche Abstand zur NS-Zeit und das bevorstehende Ende der direkten Zeitzeugenschaft erfordern neue pädagogische Ansätze. In jüngster Zeit wird diskutiert, welchen Stellenwert hier Fragen der Menschenrechtspädagogik haben sollten.

Die Fortbildungsreihe „Lernen aus der Geschichte – aber wie?“ fragt, wie eine gegenwartsbezogene und menschenrechtsorientierte Bildungsarbeit mit Jugendlichen mit Gedenkstätten als historischen Orten verbunden werden kann.

In der Auftaktveranstaltung werden zusammen mit Expertinnen und Experten Grundlagen diskutiert.

Bei den folgenden Veranstaltungen stehen Methodik und Didaktik im Vordergrund: Drei neue Themen- bzw. Seminarmodule aus dem Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung werden praxisnah mit ihren Arbeitsmethoden vorgestellt und erprobt. Die Teilnehmenden sollen in die Lage versetzt werden, mit den Modulen in Schule und außerschulischer Pädagogik perspektivisch arbeiten zu können. Außerdem werden Bezüge zu Gedenkstätten der Region Lüneburg-Celle als Lernorten für eine praktische Umsetzung hergestellt.

Die Fortbildungsreihe findet in vier Veranstaltungen statt und schließt bei Teilnahme an mindestens drei Veranstaltungen mit einem Zertifikat ab. Die Teilnahme an einzelnen Veranstaltungen ist möglich.

Die Reihe richtet sich an Personen, die in der schulischen und außerschulischen Bildung oder im Rahmen anderer Tätigkeiten mit Jugendlichen arbeiten.

Für Teilnehmende, die im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg leben oder arbeiten, ist die Teilnahme kostenlos!


Konzeption und Leitung:

Hartmut Ziesing

Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung


Montag, den 10. Mai 2010 Grundlagen: Gedenkstätten und Menschenrechte

Celle, Rathaus (Sitzungssaal), 10.00 - 18.00 Uhr


 

Begrüßung und Einführung


PD Dr. Habbo Knoch, Geschäftsführer, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Brigitte Laun, Niedersächsisches Kultusministerium


 

Menschenrechte und Menschenrechtsbildung


Prof. Dr. Karl-Peter Fritzsche, UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechtsbildung an der Universität Magdeburg

Panel


 

KZ-Gedenkstätten: Lernorte für Menschenrechte?

Jörg Lange, Doktorand am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt

Katja Ganske, Doktorandin an der TU Berlin, Freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Buchenwald


 

Menschenrechtsbildung und Gedenkstätten


Workshop mit Ansätzen aus der Praxis

Christian Geissler-Jagodzinski, Verein "Lernen aus der Geschichte" e.V., Berlin


 

Mittwoch, den 9. Juni 2010 Methoden und Orte I: Diskriminierung

Gedenkstätte Sandbostel, 10.00-18.00 Uhr


 

„Es war unmenschenmöglich…“: Diskriminierung als Gegenstand des historisch-politischen Lernens

Workshop zu neuen Bildungsmaterialien über dieVerfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus und deren Folgen

Christian Wolpers, Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung


 

Das Lesen des historischen Ortes: Die Gedenkstätte Lager Sandbostel

Andreas Ehresmann, Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel


 

Pädagogisches Arbeiten in der Gedenkstätte


Workshop über die Möglichkeiten in Sandbostel

Burkhard Rexin, Pädagogischer Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel

Kooperationspartner: Stiftung Lager Sandbostel


 

Mittwoch, den 8. September 2010Methoden und Orte II: Recht und Gerechtigkeit

Bildungs- und Gedenkstätte „Opfer der NS-Psychiatrie“ Lüneburg, 10.00-18.00 Uhr


 

„Das Recht, gleiche Rechte zu haben“

Workshop mit praktischer Erprobung des neuen pädagogischen Themenmoduls „Recht und Gerechtigkeit“,

Bernd Grafe-Ulke, Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung 


 

NS-Psychiatrie-Verbrechen: Annäherung an einen historischen TatortGegenwartsbezogenes Lernen: Die Möglichkeiten in der Bildungs- und Gedenkstätte „Opfer der NS-Psychiatrie“ Lüneburg

Dr. Sebastian Stierl, Ärztlicher Direktor Psychiatrische Klinik Lüneburg, Dr. Raimond Reiter, Gedenkstätte


Kooperationspartner: Bildungs- und Gedenkstätte „Opfer der NS-Psychiatrie“ in Lüneburg


 

Donnerstag, den 7. Oktober 2010Abschluss: Gedenkstättenarbeit und Gegenwartsbezug

Gedenkstätte Bergen-Belsen, Lohheide 10.00-18.00 Uhr


 

Analogien: Eine Möglichkeit des Umgangs mit der deutschen NS-Vergangenheit?

Workshop mit Praxisbeispielen zu Seminarmodulen zur Entrechtung in Lagern (Guantànamo/Europäische Lager für Migrantinnen und Migranten)

Anja Schade, Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung 


 

„Holocaust Education“ und Menschenrechtsbildung  in europäischen Gedenkstätten

Verena Haug, Doktorandinan der Universität Frankfurt am Main


 

Welche historischen Bezüge braucht eine Bildung gegen Diskriminierung?

Prof. Monique Eckmann, Fachhochschule Westschweiz, Mitglied der Task Force for International Cooperation on Holocaust Education (angefragt)



 

Abschlusspanel

„Lernen aus der Geschichte – aber wie?“


Möglichkeit zum Besuch des neuen Dokumentationszentrums Bergen-Belsen


 

Teilnahmebeitrag


Die Veranstaltungsreihe wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds durch das Programm Inklusion durch Enkulturation des Niedersächsischen Kultusministeriums gefördert.

Die Teilnahme ist für Personen, die im ehem. Regierungsbezirk Lüneburg leben oder arbeiten, kostenlos.

Interessierte aus anderen Regionen können nur nach vorheriger Rücksprache teilnehmen.

Fahrtkosten können nicht erstattet werden.


 

Zertifizierung


Bei Teilnahme an mindestens drei Teilen der Fortbildungsreihe stellen wir ein Zertifikat für die Teilnahme an der Qualifizierungsmassnahme aus.


 

Freistellung


Durch Erlass des MK wird Lehrkräften die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen von Projektträgern des ESF-Programms „Inklusion durch Enkulturation“ ermöglicht, sofern aus Sicht der Schulen keine Bedenken bestehen. Lehrkräfte, die an einer entsprechenden Fortbildung/ Fachtagung teilnehmen wollen, müssen bei ihrer Schul-leitung dazu die Genehmigung einholen.


 

Programm/Anreise


Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie das genaue Programm sowie Hinweise zur Anreise. Bitte geben Sie dazu Ihre E-mail-Adresse an!


 

Mittagessen


Ein Essen, für das Kosten von 5 bis 10 €  (abhängig vom Veranstaltungsort) anfallen, wird bestellt (evtl. Wünsche bitte formlos bei der Anmeldung mitteilen).

Die Kosten für das Mittagessen werden am Veranstaltungstag vor Ort bezahlt.

 

Anmeldung


Bitte melden Sie sich rechtzeitig an, weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Die Teilnahme an Einzelveranstaltungen ist grundsätzlich möglich.

Bitte melden Sie sich per E-mail (hadwina.grunwald@remove-this.stiftung-ng.de) oder Post bzw. Fax an:


Download: Anmeldungskarte