Bewerbungsschluss: 15.Juli 2015
Die Erfahrungen von Verfolgung, Flucht und Neubeginn sind sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart einschneidende Erlebnisse in einem Lebensweg.
Während dieser Woche erwartet die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm mit dem Kennenlernen der Geschichte und des Ortes Bergen-Belsens, der das Kriegsgefangenenlager von 1940 - 1945, das Konzentrationslager von 1943 – 1945, das Displaced Persons Camp (DP-Camp) von 1945 – 1950 und die Gedenkstätte ab 1952 umfasst. Im Mittelpunkt dieses Seminars steht eine wenig beachtete Phase nach der Befreiung, in der die befreiten Häftlinge nach Orientierung und Perspektiven für die Zukunft suchten.
Fanny Heymann aus den Niederlanden wird während des gesamten Seminars anwesend sein. Sie hat als Kind das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt. In Amsterdam hat sie ein Studium der Sozialpsychologie absolviert und später als Kommunikationswissenschaftlerin und freie Beraterin gearbeitet. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit Malerei und malt selber. Gemeinsam mit Fanny Heymann wird die Gruppe verschiedene Fragestellungen diskutieren, u.a.:
Welche Perspektiven gab es für die ehemaligen Häftlinge direkt nach der Befreiung?
Welche Möglichkeiten boten sich Kindern, die nach der Befreiung ohne Eltern und weitere Angehörige ihren Lebensweg finden mussten?
Welche Möglichkeiten des Umgangs mit dem Erlebten gibt es für Menschen, die Verfolgung, Krieg und Flucht erlebt haben?
Welche Perspektiven gab es?
Bestimmen die Erfahrungen der Verfolgung und der Haft im Konzentrationslager den Alltag bis in die Gegenwart?
Wirken sich diese Erlebnisse auch auf die Kinder von Überlebenden aus?
Gibt es Möglichkeiten, die den Blick auf die Zukunft fokussieren und die Erinnerung an die Vergangenheit erleichtern können?
Auch heute sind Menschen in der Situation, nach Gewalt- und Fluchterfahrungen in die Zukunft zu blicken. Die Auseinandersetzung mit dem Lebensweg von ehemaligen KZ-Häftlingen, die nach den traumatischen Erfahrungen Perspektiven und Mut gefunden haben, soll das Verständnis und die Sensibilität generell für Menschen mit Kriegs- und Fluchterfahrungen fördern.
Mit kreativen Methoden sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die helfen können, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen.
Methoden der Bildgestaltung und Schreibwerkstatt sind Bestandteile des Programms. Kenntnisse und Fertigkeiten sind nicht erforderlich, jedoch die Bereitschaft zum Experimentieren.
Wenn Sie in Ihrem beruflichen Alltag oder privaten Umfeld Menschen mit Fluchterfahrung begegnen, kann Ihnen dieses Seminar eine Hilfestellung geben, sicherer damit umzugehen
Teilnehmen können Studierende und Doktoranden geisteswissenschaftlicher und pädagogischer Fächer, haupt- und ehrenamtlich Tätige, die sich mit Themen zu den Folgen von Flucht auseinandersetzen.
In dem Teilnahmebeitrag von 340,- € für Erwerbstätige und 170,- € für in der Ausbildung befindliche oder zu einer Ermäßigung berechtigten Personen sind die Kosten für Programm, Unterkunft, Verpflegung und Transfer enthalten. Das Seminar beginnt am 4. September 2016 um 16:00 Uhr und endet am 11. September nach dem Frühstück. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Die Seminarsprache ist Englisch, bei den Methoden der Schreibwerkstatt kann selbstverständlich die Muttersprache genutzt werden. Die Unterbringung erfolgt in Einzelzimmern im Anne-Frank-Haus des CVJM in Oldau.
Bei Interesse und Fragen zu dem Angebot wenden Sie sich bitte an:
Sabine Bergmann
Gedenkstätte Bergen-Belsen
Bildung und Begegnung
Anne-Frank-Platz
29303 Lohheide
Tel.: +49 (0) 5051 – 47 59-172
Fax: +49 (0) 5051 – 47 59-118
veranstaltung.bergen-belsen@stiftung-ng.de
Veranstaltungsflyer (PDF)