„Lebensgeschichten und Haftwege: Die ersten 149 Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald“

Vortrag/Vorlesung
14. Juli 2017
18:30 - 00:00 Uhr
Ort: Stadtmuseum Weimar | Karl-Liebknecht-Straße 5, 99423 Weimar
Veranstalter: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora


Vortrag von Dr. Henning Borggräfe, Leiter Abteilung Forschung und Bildung des International Tracing Service, Bad Arolsen

Am 15. Juli 1937 erreichten die ersten 149 Häftlinge das neu eingerichtete Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. In den folgen-den acht Jahren waren fast 280.000 Menschen im Lagerkomplex Buchenwald inhaftiert, von denen über 56.000 starben. Seit der Befreiung im April 1945 ist Buchenwald als einer der zentralen Orte des Naziterrors im öffentlichen Bewusstsein präsent. Wer aber waren die 149 Männer, die vor achtzig Jahren mit dem Bau des Konzentrationslagers beginnen mussten? Wann und warum waren sie inhaftiert worden? Was hatten sie schon vor der Ankunft in Buchenwald erleben müssen und was geschah mit ihnen im weiteren Verlauf der NS-Herrschaft? Die Geschichte der Konzentrationslager wird zumeist als Geschichte eines Ortes des Terrors erzählt. Dagegen stellt dieser Vortrag die Wege der Häftlinge in den Mittelpunkt und eröffnet damit neue Perspektiven auf die nationalsozialistische Verfolgung und ihre Opfer.

Dr. Henning Borggräfe ist Historiker und Leiter der Forschungs- und Bildungsabteilung des International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen, wo die Häftlingsunterlagen aus Buchenwald und anderen Konzentrationslagern archiviert si