Der Vortrag zeichnet das Verhältnis der lateinamerikanischen Länder zum Nationalsozialismus nach. Nach Ausbruch des Krieges brachen die relativ intensiven Wirtschaftsbeziehungen der Nationalsozialisten zu den lateinamerikanischen Ländern ab. Die meisten lateinamerikanischen Staaten stellten sich auf die Seite der Alliierten und wurden Ziele deutscher U-Boot-Angriffe. Brasilien sandte ein Truppenkontingent nach Europa, das mit US-amerikanischen Verbänden in Italien gegen die Wehrmacht kämpfte. Zwischen 1938 und 1942 flohen zehntausende jüdischer Emigrantinnen und Emigranten sowie politisch Verfolgte aus Nazideutschland nach Argentinien, Brasilien, Chile, Bolivien, Uruguay, Mexiko und andere lateinamerikanische Länder. Nach dem Krieg setzten sich dann nationalsozialistische Kriegsverbrecher mit Hilfe des Vatikans nach Lateinamerika ab.
Ein Vortrag von Gert Eisenbürger, Mitarbeiter der Informationsstelle Lateinamerika in Bonn und verantwortlicher Redakteur der Monatszeitschrift „ila“. Er publizierte u.a. zu den deutschlateinamerikanischen Beziehungen und dem antifaschistischen Exil in Lateinamerika.