Im Zentrum der Initiative #LastSeen. Bilder der NS-Deportationen stehen Bilder der Deportationen aus dem Deutschen Reich zwischen 1938 und 1945. Die Fotos zeigen den letzten Augenblick, an dem die Deportierten aus der deutschen Gesellschaft ausgeschlossen wurden – häufig gab es dabei Zuschauer*innen. Das nationalsozialistische Unrecht spielte sich oft direkt vor den Augen der Bevölkerung ab. Dabei entstanden Bilder, die hohen dokumentarischen Wert haben. Sie können eine wichtige Rolle für Forschung und Bildung spielen, viele sind derzeit aber noch nicht entschlüsselt und nicht zugänglich.
Wir möchten das im Rahmen der Initiative #LastSeen ändern. Folgendes wollen wir gemeinsam erreichen:
Ab Donnerstag, dem 21. April wird bis zum 5. Mai täglich außer Sonntag von 10 bis 17 Uhr auf dem Rathausplatz Herford (vor der Tourist-Info, am Ort der Deportationen aus Herford, an die dort eine Gedenktafel erinnert) ein historischer LKW stehen, der das Projekt #LastSeen der Arolsen Archives präsentiert:
Ein historischer LKW bringt #LastSeen in zahlreiche Orte und Städte, sorgt für Aufmerksamkeit und wirbt für Unterstützung.
Die Wanderausstellung auf der Ladeflache des LKWs gibt Tipps für die Recherchen und erklärt, wie wir die Bilder von damals heute zum Sprechen bringen können. Der #LastSeen-LKW stammt aus den 1950er Jahren, er ist nicht bei Deportationen im Einsatz gewesen.
Die Deportationen begannen an den letzten Wohnsitzen der Menschen. Oftmals wurden ähnliche LKWs für den Transport in Sammellager und zu Bahnhöfen genutzt. Daran soll der LKW erinnern: Die Vernichtung im Osten begann mitten in Deutschland, als Menschen mit ihrem letzten Gepäck auf einem LKW weggefahren wurden. Auch aus Herford wurden die Menschen zunächst mit LKWs in das Sammellager nach Bielefeld transportiert und von dort aus mit dem Zug wieder an Herford vorbei deportiert!
Die Ausstellung wird 2022 in vielen Orten in Deutschland zu sehen sein.
Weitere Informationen zu #LastSeen