Ausstellung Landwerk Neuendorf Jüdisches Hachschara- und Zwangsarbeitslager Neuendorf im Sande 1932—1943
Eröffnung
20. Mai, 18 Uhr
— Mitbringbuffet —
im Rahmen der KulturTour Geschichten erFahren 2016
zwischen/raum ist der Titel einer Ausstellung über einen besonderen Aspekt der jüdischen Geschichte Brandenburgs:
Auf dem ehemaligen Gutshof in Neuendorf im Sande befand sich von 1932 bis 1941 eine Ausbildungsstätte für jüdische Jugendliche und junge Erwachsene. Sie bereiteten sich auf die Auswanderung nach Palästina, Argentinien oder sonst wohin vor, um dem Nazi-Terror zu entkommen. Sie gingen »auf Hachschara« (hebräisch: Vorbereitung, Tauglich-machung), übten sich in kollektiven Lebensformen und erlernten einen landwirtschaftlichen, gärtnerischen oder handwerklichen Beruf. Als 1941 die Hachschara-Stätten in Folge der Wannsee-Konferenz geschlossen werden, wird das Landwerk Neuendorf Zwangsarbeits- und Sammellager und in den Jahren 1941 bis 1943 für viele deutsche Juden zur letzten Station in ihrer ursprünglichen Heimat. Bis heute sind an Neuendorf Erinnerungen derer geknüpft, die überleben konnten — darunter der Showmaster Hans Rosenthal und die »Rapperin« gegen Rechts, Esther Bejarano — und an diejenigen, die nicht überlebt haben — darunter die Reformpädagogin Clara Grunwald und die Familie des Gutsleiters Martin Gerson.
Diejenigen, die auswandern konnten und dadurch dem Grauen entkommen konnten, als auch Überlebende des Holocaust prägen bis heute das Leben in den Kibbuzim. Der Titel einer Schrift des Religionsphilosophen Ernst Simon zur jüdischen Jugend- und Erwachsenenbildung in den dreißiger Jahren »Aufbau im Untergang« beschreibt diese außergewöhnliche Leistung.
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