Aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus wird der Landrat des Kreises Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt, am Donnerstag, 27. Januar 2011, um 8.30 Uhr die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald besuchen. Nach der Besichtigung der 2010 eröffneten Open-Air-Ausstellung, des historischen Waldgeländes und der pädagogischen Projektwerkstatt mit Gedenkstättenleiterin Carmen Lange findet anlässlich des Gedenktages um 10 Uhr eine Kranzniederlegung am Mahnmal statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.
Am 27. Januar 1945 erreichten Einheiten der sowjetischen Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und befreiten die dort zurückgelassenen Häftlinge. Zuvor waren Tausende Häftlinge von der SS auf so genannte Todesmärsche Richtung Westen getrieben worden, wo sie in den häufig überfüllten Konzentrationslagern im Reichsgebiet oder einem der zahllosen Außenlager weiter dem Terror der SS ausgeliefert waren. Auch diese Lager wurden teilweise geräumt und die Häftlinge erneut auf Todesmärsche geschickt. Insgesamt starben bei den Todesmärschen in den letzten Monaten des NS-Regimes schätzungsweise 250.000 Menschen.
Die im Jahr 2010 nach umfangreicher Neugestaltung wiedereröffnete Gedenkstätte im Belower Wald ist bundesweit die einzige Einrichtung, die sich vorrangig der Erinnerung an die Todesmärsche widmet. Im Belower Wald bei Wittstock mussten im April 1945 mehr als 16.000 Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen mehrere Tage unter freiem Himmel und ohne Versorgung in einem provisorischen Lager ausharren. Bis heute sind im Wald Spuren dieser Ereignisse zu erkennen.
Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald
Außenstelle der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
16909 Wittstock, Belower Damm 1
Tel.: 039925-2478