Kuratorinführung Ende der Zeitzeugenschaft

Führung/Exkursion
23. November 2022
15:30 - 17:00 Uhr
Ort: Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum, Oranienburger Str. 28-30, 10117 Berlin
Veranstalter: Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum

Treffpunkt: 15.30 Uhr im Eingangsbereich des Museums
Bitte planen Sie Zeit für die Sicherheitskontrolle ein.
Anmeldung unter: info@remove-this.centrumjudaicum.de

Was wird sein, wenn keine Überlebenden der Schoahmehr leben und befragt werden können?

Grund genug, den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft zu richten und auf die komplexe Beziehung zwischen Überlebenden und der sie umgebenden Gesellschaft. Denn bald werden keine Zeitzeug*innen mehr an der Kommunikation über ihre Erinnerung teilnehmen können und damit verlieren sie ihre Einspruchsmöglichkeit in Bezug auf die Interpretation und den Gebrauch ihrer Zeugnisse. Die Ausstellung widmet sich daher der Frage, wie Museen, Gedenkstätten und andere Institutionen mit den verbleibenden Zeitzeugnissen verantwortungsvoll umgehen können. Direkt nach der Schoah waren die Überlebenden oft allein mit ihren Erinnerungen, das Interesse daran begann in Deutschland verstärkt erst seit den 1980er-Jahren. Die Ausstellung richtet den Blick auf die Geschichte dieser Interviews seit 1945, aber auch darauf, welche Funktion ihnen und den Überlebenden seitens Öffentlichkeit, Zuhörenden und Institutionen jeweils zugeschrieben wurde. Sie blickt auf die Intentionen der Zeitzeug*innen und hinterfragt gleichzeitig die „Gemachtheit“ der Interviews, die Rolle der Interviewer*innen und die gesellschaftliche Erwartungshaltung. Außerdem präsentiert sie in vier thematischen Segmenten zum ersten Mal die verschiedenen Erinnerungsnarrative überlebender Berliner Jüdinnen und Juden. Und sie stellt Fragen nach Zukunft der Zeitzeugenschaft im Kontext diverser Erinnerungskulturen.

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