kunst – raum – erinnerung. Kulturpädagogische und künstlerische Strategien in der Gedenkstättenarbeit

Tagung/Seminar/Workshop
17. Juni 2010
09:00 - 18:30 Uhr
Ort: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Veranstalter: Bildungsverbund für die Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen e.V.

Der gegenwärtige Diskurs in der historisch-politischen Bildung zur Vermittlung der Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen und des Holocaust kreist international um die Frage, wie sich angesichts des immer größer werdenden zeitlichen Abstands und des damit verbundenen Generationenwechsels die Annäherung an das historische Geschehen heute und zukünftig gestalten lässt. In diese Debatte werden zunehmend kunst- und- kulturpädagogische Konzepte eingeführt, die neue erfahrungsbezogene Formen der pädagogischen Vermittlung anbieten.

Der Ansatz des polnisch-deutschen Modellprojekts kunst – raum – erinnerung basiert auf der Verknüpfung von partizipativem, künstlerischem Arbeiten und historischem Lernen. Für die Teilnehmer/innen eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, den Lernprozess und die Auseinandersetzung mit der Geschichte am historischen Ort Gedenkstätte entlang eigener Fragen zu gestalten und individuelle Zugänge zu entwickeln. Die Jugendlichen werden auf kognitiver, sozialer und emotionaler Ebene angesprochen und stehen als Subjekte der Erinnerung im Mittelpunkt.

Im Rahmen von kunst – raum – erinnerung wurden seit 2007 insgesamt 18 Kunstworkshops an den Jugendbegegnungsstätten Sachsenhausen und Oświęcim durchgeführt. Multiprofessionelle Teams, bestehend aus Künstlern/innen, Kulturpädagogen/innen und Mitarbeitern/innen der Gedenkstätte bzw. der Jugendbegegnungsstätte haben Projekte zur Geschichte des jeweiligen Ortes über künstlerische Zugänge wie Bildhauerei, Literatur, Comics, Video und Fotografie gemeinsam entwickelt, geleitet und ausgewertet.

Der Fachtag, der den Abschluss des binationalen Modellprojekts bildet, stellt zum einen unterschiedliche Fachperspektiven auf diesen interdisziplinären Ansatz vor. Zum anderen bietet er ein polnisch-deutsches Forum, um ausgehend von den vielfältigen Praxiserfahrungen des Modellprojekts die Chancen, die in der Verbindung von kulturpädagogischen und künstlerischen Strategien mit der historisch-politischen Bildung liegen, auszuloten und zu diskutieren.

Programm 09:00 Uhr Ankunft und Anmeldung09:30 Uhr Begrüßung


Bernd Mones; Vorsitzender des Bildungsverbunds für die IJBS Sachsenhausen e.V.

Grußworte

Martin Gorholt; Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Leszek Szuster; Direktor der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim


 

10:00 Uhr Einführung


Das Modellprojekt kunst – raum – erinnerung. Anlass und Strukturen

Bernd Mones und Frauke Havekost, Vorsitzende der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Brandenburg e.V.


 

10:30 Uhr Vortrag


Die Kunst der Erinnerung – Die Erinnerung der Kunst

Dr. Horst Hoheisel, Künstler, Kassel


 

11:00 Uhr Kaffeepause 11.15 Uhr Experten-Statements


Chancen und Risiken künstlerischer Zugänge in der historisch-politischen Bildungsarbeit zu den nationalsozialistischen Massenverbrechen und deren Erinnerung

Lebendige Erinnerung durch partizipative Strategien

Prof. Dr. Hanne Seitz, FH Potsdam

Bildungsort Gedenkstätte

Dr. Matthias Heyl, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Deutsch-polnische Perspektiven in der historisch-politischen Bildung

Darius Müller, Schloß Trebnitz, Bildungs- und Begegnungszentrum e.V.

Kommentar

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

 

12:30 Uhr Diskussion


Moderation: Heidi Schulze, Zeitwerk/Landesjugendring Brandenburg

 

13.00 Uhr Mittagspause 14:00 Uhr Vortrag


Kulturpädagogik und zeitgenössische künstlerische Strategien als Erweiterung historisch-politischer Bildung in der Gedenkstättenarbeit

Frauke Havekost, Vorsitzende der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Brandenburg e.V.

 

14.20 Uhr Vortrag


Erfahrungen aus dem Projekt kunst – raum – erinnerung

Hannah-Maria Liedtke, Katinka Steen und Mirko Wetzel

Projekt kunst – raum – erinnerung

 

15:00 Uhr Projektpräsentationen AG 1Räume schaffen, Räume reflektieren. Auseinandersetzungen mit dem Ort Gedenkstätte in den Projekten LandArt – Gedenkorte gestalten und Gedenkwerkstatt – ein partizipatives Kunstprojekt


Inputs: Hannah-Maria Liedtke und Anna Zosik, Freie Künstlerin, Berlin

Kommentar: Prof. Dr. Hanne Seitz, FH Potsdam

Moderation: Frauke Havekost


 

AG 2Die Kunst der Erinnerung. Momente individuellen Gedenkens in den Workshops Comic09 und Dialog mit einer Biografie


Inputs: Christian Badel und Juliane Heise, Freie/r Künstler/in, Berlin

Kommentar: Dr. Matthias Heyl

Moderation: Mirko Wetzel     


 

AG 3Begegnung im künstlerischen Schaffen. Nachdenken über die Besonderheit einer deutsch-polnischen Schreibwerkstatt


Inputs: Carmen Winter, Freie Autorin, Frankfurt/ Oder und Teresa Miłoń-Czepiec, Pädagogin, Internationale Jugendbegegnungsstätte Oświęcim

Kommentar: Darius Müller, Schloß Trebnitz, Bildungs- und Begegnungszentrum Moderation: Thomas Hetzer, Deutsch-Polnisches Jugendwerk, Potsdam


 

16:30 Uhr Kaffeepause 17:00 Uhr Berichte aus den AGs und Diskussion


Moderation: Bernd Mones und Heidi Schulze

 

18:00 Uhr Reflexion, Kritik und Perspektiven


Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, PH Karlsruhe und Dr. Zofia Wóycicka, Museum für die Geschichte der polnischen Juden, Warschau

 

18:30 Uhr Ende des FachtagsVeranstalter


Bildungsverbund für die Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen e.V. und Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Brandenburg e.V. und der Internationalen Begegnungsstätte Oświęcim.


 

Tagungssprachen


Deutsch und Polnisch


 

Anmeldung per E-Mail


Bitte senden Sie Ihre Anmeldung zum Fachtag an folgende E-Mailadresse:

anmeldung@remove-this.bildungsverbund.net


 

  • Vorname, Name ,ggf. Titel
  • Institution bzw. beruflicher Hintergrund
  • Adresse
  • Mailadresse
  • Arbeitsgruppe, an der Sie teilnehmen wollen

Anmeldeschluss: 10. Juni 2010Teilnahmebeitrag: 10 Euro


Bitte überweisen Sie den Teilnahmebeitrag auf folgendes Konto:

 

Bank: Mittelbrandenburgische Sparkasse

Kontoinhaber: Bildungsverbund

Kontonr.: 3502032520

BLZ: 16050000

Verwendungszweck: Fachtag Juni 2010

 

Verkehrsverbindungen (ab Berlin-Zentrum)Bahn

  • S-Bahn-Linie S 1 (Wannsee-Oranienburg) bis Bhf. Oranienburg oder
  • Regionalbahn RE 5 ab Berlin-Hauptbahnhof (Richtung Stralsund/Rostock) bis Bhf. Oranienburg


Buslinie 804 (stündlich) Richtung Malz bis zur Gedenkstätte vom Bahnhofsvorplatz oder ausgeschilderter Fußweg (20 Min.)

 

PKW


Auf der Stadtautobahn A 111 Richtung Hamburg; am Oranienburger Kreuz auf die A 10 (Berliner Ring) in Richtung Prenzlau bis Abfahrt Birkenwerder; auf der B 96 bis Oranienburg und auf der ausgeschilderten Strecke zur Gedenkstätte.


 

Kontakt und Informationen zur Übernachtung


Robert Becker

Gedenkstätte Sachsenhausen

Tel: 03301-200425 (Deutsch und Englisch)