Kultur und Geschichte der Juden und ihre Repräsentationen in der Reflexion und Praxis.

Vortrag/Vorlesung
10. Dezember 2015
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Alte Synagoge Essen
Veranstalter: Alte Synagoge Essen

Programmflyer als Download (PDF)



Beispiele aus Polen (1989-2015)


Das historische Polen wies bis 1939 die

grösste jüdische Gemeinschaft Europas

mit 3,2 Millionen Menschen auf. Nach

1945 war jüdische Geschichte weitgehend

ein Tabuthema, von den 300.000 überlebenden

Juden wanderten über 90% weiter,

besonders als es zu Pogromen kam.

Schätzungen gehen heute von drei- bis

zehntausend Juden aus. In der Bevölkerung

wurde im Untergrund das Stereotyp

von der „Judäo-Kommuna“ verbreitet,

die Vorstellung dass Juden insgeheim die

kommunistische Herrschaft über Polen

ausüben würden.

Nach 1990 entstand eine politisch völlig

neue Situation: Im liberalen Katholizismus

diskutierte man seit 1987 über die jüdische

Geschichte Polens. Nachkommen polnischjüdischer

Familien wollten die Orte ihrer

Vorfahren besuchen, orthodoxe Juden

die Gräber verehrter Rabbiner. Amerikanisch-

jüdische Stiftungen ließen Synagogen

renovieren und richteten koschere

Restaurants für Touristen etwa in Krakau

ein: Wie reagierte die polnischen Universitäten

auf diese Bestrebungen? Wie die

breite Bevölkerung?

Dr. Malgorzata Grzywacz

(geb. 1962): Dr. phil. Kulturhistorikerin

und Germanistin, Übersetzerin, wissenschaftliche

Mitarbeiterin des Instituts

für Kulturwissenschaften der Adam-

Mickiewicz-Universität in Pozna, Posen,

Polen.

Mitbegründerin des transdisziplinären

Edith-Stein-Forschungszentrums der

Universität und seine Geschäftsführerin.

Aktiv im christlich-jüdischen Dialog:

Stellvertretende Vorsitzende des Vereins

„Miasteczko-Pozna“ (Schtetl Pozna) und

der Redaktion der jüdischen Zeitschrift

„Miasteczko-Pozna“.

Forschungsarbeiten und Interessen:

Kulturgeschichte des Christentums

im deutschen Sprachraum, Frauen in

der Religionsgeschichte Mittel- und

Osteuropas, Geschichte des Protestantismus

in der NS-Zeit, Geschichte und

Gegenwart der Juden in Polen und

Deutschland, Didaktik der Kultur und

Geschichte und ihre Implementierung

in die universitäre Arbeit.

Autorin bzw. Coautorin von sieben

Büchern, zahlreicher wissenschaftlicher

Artikel und Aufsätze (in deutscher,

englischer und polnischer Sprache).

Der Eintritt ist frei, um eine Spende

wird gebeten.