Die Erforschung der Geschichte von Kriminalität und Strafjustiz kann in Deutschland mittlerweile auf eine mehr als 20-jährige Tradition zurückblicken. Die sich wandelnden Themen, Fragestellungen und Methoden verweisen darauf, dass auch die historische Kriminalitätsforschung Konjunkturen unterliegt. Während sich die Untersuchungen lange auf das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit konzentrierten; wird inzwischen auch das 19. und 20. Jahrhundert verstärkt in den Blick genommen. Der große Zuspruch, den die im Dezember 2012 in Paderborn abgehaltene Tagung zur Historischen Kriminalitätsforschung fand, hat gezeigt, dass es weiterhin reges Forschungsinteresse am Themenkomplex Kriminalität und Strafen und damit auch Bedarf an regelmäßigem Austausch und Vernetzung zwischen den Forschenden gibt. Die Beiträge der diesjährigen Tagung umfassen insgesamt den Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis hin zur Zeitgeschichte und decken ein breites Themenspektrum innerhalb der Kriminalitäts- und Strafgeschichte ab.
Die Kosten für die Teilnahme als Gast betragen 73 Euro; die Tagungspauschale schließt die im Programm vorgesehenen gemeinsamen Essen mit ein. Interessenten, die als Gast an der Tagung teilnehmen möchten, mögen sich bitte bis zum 10. Juli 2013 unter der unten angegegebenen Adresse anmelden.
Hinweis zum Tagungsort:
www.institutgauting.de<wbr></wbr>/kontakt<wbr></wbr>/anfahrt/
Donnerstag, 19. September 2013
13:30 Uhr
Begrüßung und Vorstellungsrunde
14:00-17:15 Uhr Sektion 1: Politische Kriminalität
Moderation: Désirée Schauz
Henning Grunwald (Cambridge)
Sacrifice and community: Performing ideology in Weimar political trials
Daniel Siemens (London)
Der Potempa-Mord von 1932: Kriminalität, Gewalt und Politik am Ende der Weimarer
Republik
Diskussion
15:30-15:45 Uhr Kaffeepause
Moderation: Annelie Ramsbrock
Hilde Farthofer (Marburg)
Strafrecht als staatliche Reaktionsform auf ein Bedrohungsszenario?
Sabine Bergstermann (München)
„Politische Gefangene“ vor Gericht: Die Prozessstrategie der RAF
Diskussion
17:15-17:30 Uhr Kaffeepause
17:30-19:00 Uhr Sektion 2: Rechtswissenschaft und Rechtsphilosophie
Moderation: Sylvia Kesper-Biermann
Marc Bors (Fribourg)
Die Sprache der Strafrechtler
Benno Zabel (Leipzig)
Autonomie, Befreiung und Kontrolle. Zum Problem der Wahrheitsfindung nach dem Ende der Folter
Diskussion
19:00 Uhr Abendessen
20:15 Uhr Projekte und Planungen
Freitag, 20. September 2013
8:00-9:00 Uhr Frühstück
9:00-12:30 Uhr Sektion 3: Strafen in transnationaler Perspektive
Moderation: Falk Bretschneider
Kathleen Rahn (Leipzig)
Gefängnis und Zwangsarbeit: Freiheitsstrafe am Beispiel der Kolonie Deutsch-Südwestafrika (1884-1914)
Stephan Scheuzger (Bern)
Überlegungen zu einer globalhistorischen Perspektivierung der Geschichte des Gefängnisses im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Diskussion
10:30-11:00 Uhr Kaffeepause
Moderation: Bettina Severin-Barboutie
Tina Hannappel (Frankfurt a.M.)
Transnationale Strafrechtsregime von 1871-1914: Die Reaktionen der deutschen und europäischen Rechtssysteme auf politische Kriminalität
Richard F. Wetzell (Washington)
Nationalsozialismus transnational? Die nationalsozialistische Rechtspolitik und der Internationale Strafrechts- und Gefängniskongress in Berlin 1935
Diskussion
12:30 Uhr Mittagessen
14:00-17:45 Uhr Sektion 4: Strafjustiz im 18. und 19. Jahrhundert
Moderation: Ulrike Ludwig
Yasmin-Sybille Rescher (Wien)
Die Strafdelikte am Wiener Hof im 18. Jahrhundert
Anne Purschwitz (Wittenberg)
Fleißrevolution in Sachsen 1650-1870?
Diskussion
15:30-16:00 Uhr Kaffeepause
Moderation: Alexander Kästner
Eva Keller (Bern)
Straffälligenhilfe in Basel: Private, staatliche und kirchliche Strukturen im 19. Jahrhundert
Daniel Meßner (Wien)
„Information und Evidenz sind das Um und Auf“: Zur Geschichte der Identifizierung von Personen durch biometrische Merkmale
Rachel G. Hoffman (Cambridge)
Assassins and the German State
Diskussion
19:00 Uhr Abendessen
Samstag, 21. September 2013
8:00-9:00 Uhr Frühstück
9:00-12:45 Uhr Sektion 5: Strafjustiz nach 1945
Moderation: Dagmar Ellerbrock
Margaretha Bauer (München)
Importierte Gerechtigkeit? Die Strafverfolgung deutscher Kriegsverbrecher in britischen Militärprozessen von 1945-49
Arnd Koch (Augsburg)
NS-Verbrechen im Urteil des Volkes: Das bayerische Schwurgericht der Nachkriegszeit
Immo Rebitschek (Jena)
Ordnung und Gesetzlichkeit: Die sowjetische Staatsanwaltschaft in der Region Perm, 1939-1956
Diskussion
10:45-11:15 Uhr Kaffeepause
Moderation: Richard F. Wetzell
Jeannette van Laak (Gießen)
Zur Kriminalisierung von Flüchtlingen in der Nachkriegszeit
Sarah Jahn (Bochum/Leipzig)
Religiöses Feld im Strafvollzug: Aktuelle Verortung in Historischer Perspektive
Diskussion
| Kontakt: | Désirée Schauz Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte, c/o Deutsches Museum, Museumsinsel 1 80538 München 089-2179.407 Desiree.Schauz@<wbr></wbr>mzwtg.mwn.de |