Die vierjährige deutsche Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg war von umfassender Ausplünderung der Ressourcen und von brutalem Terror gegen die Bevölkerung geprägt. Terror und Ausplünderung kennzeichnen auch die deutsche Herrschaft in der Sowjetunion. Worin ist also der grundsätzliche Unterschied in Planung und Praxis des deutschen Vorgehens in beiden Regionen zu finden? Welches Gewicht kommen Rassismus und Lebensraumideologie in der deutschen Herrschaftspraxis zu? Der Vortrag skizziert Gemeinsamkeiten und fundamentale Unterschiede der deutschen Kriegführung und Besatzungsherrschaft in beiden Staaten. Er geht auf die besondere Dynamik der Verbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung und den Kriegsgefangenen in Osteuropa ein und fragt nach dem Stellenwert der Ideologie in diesem Vorgehen.
PROGRAMM
Vortrag
Prof. Dr. Johannes Hürter, Abteilungsleiter »Zeitgeschichte bis 1945« im Institut für Zeitgeschichte
München-Berlin
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin sowie der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas statt und ist gefördert durch die Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« (EVZ).
Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe »Opfer der deutschen ›Lebensraum‹-Politik in Osteuropa. Eine vergleichende Sicht«.