Über eine halbe Million ausländischer Zwangsarbeiter lebte während des Zweiten Weltkriegs in Berlin. Ihre Gesundheit litt unter der Arbeitssituation, der Lagerunterbringung, den katastrophalen hygienischen Verhältnissen, unter Hunger und Terror. Aber was erwartete sie, wenn sie krank wurden und nicht mehr arbeiten konnten? Es gab im Werk oder im Lager mehr oder weniger ausgebildetes Personal, das sie ─ wenn es gar nicht anders ging ─ notdürftig medizinisch versorgte. Oder sie konnten sich bei bestimmten niedergelassenen Ärzten behandeln lassen. Ein Krankenhaus aber sollte nur eine Ausnahme sein. Tatsächlich jedoch mussten Tausende Zwangsarbeiter in öffentlichen Krankenhäusern behandelt werden: Alleine im Krankenhaus Neukölln waren es rund 7.000. Auf eine Separierung von den deutschen „Volksgenossen“ wurde großer Wert gelegt.
Der Vortrag untersucht verschiedene Einrichtungen zur medizinischen Versorgung von ausländischen Zwangsarbeitern: Über die Polenstation im Krankenhaus Neukölln, das Ausländerkrankenhaus Mahlow, das Tuberkulosekrankenhaus in der Kreuzberger Graefestraße bis hin zum Krankensammellager und Sterbelager in Berlin-Blankenfelde.
Vortrag: Dr. Bernhard Bremberger (Berlin)
Moderation: Günther Siedbürger (Göttingen)