Konferenz „Aufbruch? Jüdische Erinnerungen heute“

8. November 2015 -
10. November 2015
Ort: Villa Elisabeth, Invalidenstr. 3, 10115 Berlin
Veranstalter: Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk

Wie kann man heute an den Holocaust erinnern, wie könnte eine „kreative Form der Erinnerung“ (Ernst Ludwig Ehrlich) aussehen und etabliert werden? Kann man noch von tradierten Kollektiverinnerungen sprechen, nachdem sich die jüdische Gemeinschaft in Deutschland durch die Einwanderung einer Viertelmillion Jüdinnen und Judenaus der ehemaligen Sowjetunion radikal verändert hat? Die postsowjetisch-jüdischen Einwanderer teilen eine andere, zum Teil stark divergierende Erinnerungssprache: Symbolisch für diese Differenzen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. stehen der 9. Mai, der „Tag des Sieges“, und der 9. November, an dem an die „Reichspogromnacht“ von 1938 erinnert wird. Doch auch die Israelis, die heute nach Deutschland kommen, bringen eine sehr eigene Erinnerungskultur mit – zu der sie häufig eine kritische Perspektive einnehmen.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) hat sich 2014/2015 in einem Themenjahr der Diversität der heutigen Erinnerungen an den Holocaust gewidmet. Die bevorstehende Konferenz bildet den Abschluss und Höhepunkt der Kolleg-Reihe „Neues Judentum – altes Erinnern?“, realisiert mit großzügiger Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Udo Keller Stiftung Forum Humanum. Sie nimmt Bezug auf die in den fünf Kollegs erarbeiteten Thesen und Ergebnisse – und geht darüber hinaus. Neben ELES-Stipendiat_innen unterschiedlicher Fachrichtungen, Studierenden wie Promovierenden, werden renommierte Wissenschaftler_innen, Autor_innen, Journalist_innen und Künstler_innen zu Wort kommen, darunter Diana Pinto, Christoph Stölzl, Julia Franck, Georg Diez, Vivian Liska und Micha Brumlik.

Neben historischen Rückblicken wird die Konferenz den Blick gezielt auf die Gegenwart lenken, denn die heutige Generation von jungen Wissenschaftler_innen und Künstler_innen steht vor zum Teil radikal neuen Aufgaben und Herausforderungen. Die von ELES geförderten Studierenden und Promovierenden sollen – so unsere Hoffnung – weit mehr als Multiplikatoren des Themas Erinnern in der nichtjüdischen Gesellschaft werden: Sie sollen vielmehr diesen politisch und kulturell signifikanten Diskurs und eine Sprache der Kommunikation darüber in entscheidendem Maße prägen. Die Konferenz Aufbruch? Jüdische Erinnerungen heute bietet einen Raum, die unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Ergebnisse und Positionen zu präsentieren und mit angesehenen Akademiker_innen sowie einem interessierten Publikum zu diskutieren.

Datum: 08.-10. November 2015

Ort: Villa Elisabeth, Invalidenstr. 3, 10115 Berlin

Um Anmeldung bei info@remove-this.eles-studienwerk.de wird gebeten.

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Pressemitteilung und Programm