„Kindertransport … wie ein Licht im Dunkel“: Die Rettung von zehntausend jüdischen Kindern nach dem Novemberpogrom

Vortrag/Vorlesung
9. November 2021
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Alte Synagoge Hechingen, Goldschmiedstraße 20, 72379 Hechingen
Veranstalter: Initiative Hechinger Synagoge e.V.

2021 wird 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Auch die Initiative Hechinger Synagoge e.V. beteiligt sich am Festjahr #2021JLID: Am Dienstag, den 9. November 2021 um 19:00 Uhr wird Prof. Dr. Benigna Schönhagen in der Alten Synagoge Hechingen den Vortrag "'Kindertransport ... wie ein Licht im Dunkel': Die Rettung von zehntausend jüdischen Kindern nach dem Novemberpogrom" anlässlich 83 Jahre Pogromnacht halten.

Nur fünf Jahre, nachdem die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernommen hatten, brannten die Synagogen, Juden wurden auf offener Straße erschlagen und ihre Geschäfte geplündert. Die gewalttätigen Ausschreitungen im November 1938 führten aller Welt vor Augen, dass das Deutsche Reich kein sicheres Heimatland mehr für Jüdinnen und Juden war. Doch die meisten schauten weg, auch in Hechingen. Die verzweifelt Zuflucht Suchenden stießen überall auf Hemmnisse und verschlossene Grenzen. Nur Großbritannien reagierte großzügig und erwies sich als sicherer Hafen - für Kinder ohne ihre Eltern. Zivilgesellschaftliche und kirchliche Gruppen stellten gemeinsam mit der Regierung den "Kindertransport" auf die Beine. Die großangelegte Rettungsaktion sicherte in nur knapp einem Jahr nach dem Pogrom 10.000 jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Nazi-Deutschland und den von ihm bedrohten Ländern das Überleben.

Wie kam die Aktion zustande? Wer beteiligte sich daran? Wie wirkte sich das Überleben in der Fremde auf die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen aus? In einer Zeit, in der Jüdinnen und Juden wieder offen in Deutschland bedroht werden, sensibilisiert der Blick auf den Kindertransport für die aktuelle Entwicklungen und die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements.

Eine Veranstaltung im Rahmen von "2021: Jüdisches Leben in Deutschland" und in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Zollernalbkreis e.V.

Zur Person: Benigna Schönhagen wurde 1991 mit einer Arbeit zur Geschichte der Universitätsstadt Tübingen in der Zeit des Nationalsozialismus promoviert. Sie war von 2001 bis 2018 Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben. 2017 wurde Frau Schönhagen zur Honorarprofessorin an der Eberhard Karls Universität Tübingen ernannt. 2012 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und wurde 2019 mit dem Obermayer German Jewish History Award ausgezeichnet. Seit 2019 organisiert Frau Schönhagen den Arbeitskreis Jüdisches Schwaben am Institut für Geschichtliche Landeskunde der Universität Tübingen.

Teilnahme: Für die Teilnahme muss ein 3G-Nachweis (vollständig geimpft oder genesen oder tagesaktuell gültiger Test [Basisstufe: Antigentest, Warnstufe: PCR-Test]) vorgewiesen werden. Zur Kontaktnachverfolgung werden außerdem die Adressdaten der Besucher:innen erhoben. Während der kompletten Veranstaltung (auch am Sitzplatz) ist ein medizinischer Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten.

Platzreservierungen sind leider nicht möglich.

#2021JLID: Mehr Informationen zum Festjahr 2021: Jüdisches Leben in Deutschland finden sich unter https://2021jlid.de/.

Foto: Benigna Schönhagen / privat