Gedenkspaziergang
Nur wenig bekannt ist, dass die Nationalsozialisten mit ihrem »Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand« bereits vom 9.3 bis 11.3.1933 in Wuppertal aggressive Boykottaktionen durchführten und damit bereits vier Tage nach der Reichstagswahl ein zentrales Wahlversprechen einlösen wollten, lästige Konkurrenz mit allen Mitteln aus dem Markt zu drängen. Die Aktionen richteten sich aber nicht allein gegen jüdische Geschäfte, sondern die (lokalen) Nazis hatte auch andere Geschäfte ins Visier genommen, die sie als Konkurrenz für den »arischen Mittelstand« ansahen. Angegriffen wurden Filialgeschäfte der
Konsumgenossenschaft, Einheitspreisgeschäfte wie Erwege und Woolworth und (jüdische) Warenhäuser wie Tietz.
Am 11. März 1933 attackierte die SA auch den Tabakladen von Peter Falter in der Königstr. 42a, der heutigen Friedrich-Ebert Straße. Peter Falter und seine Filialleiterin Elfriede Fischer wurden zum Angriffsziel, weil sie erklärte Gegner der Nazis waren. Am Abend umstellte ein »15 Mann starkes SA-Überfallkommando« das Geschäft »mit der Behauptung, in dem Laden seien Waffen und antinationalsozialistische Drucksachen gelagert und verteilt worden. Eine Durchsuchung ergab keine derartigen Funde. In der Nacht kamen die Nazis wieder, schlugen das Schaufenster ein und plünderten Waren. Nach diesem Überfall wurde das Geschäft vorübergehend geschlossen und ein SA-Mann stand am Tag der Kommunalwahl vor dem Geschäft.
Peter Falter und Elfriede Fischer machten auch nach dieser Aktion keinen Hehl aus ihrer antinationalsozialistischen Haltung und waren bis 1945 permanenten Schikanen von Gestapo, NSDAP und Denunzianten ausgesetzt.