Jüdischer Sport in Hamburg im Nationalsozialismus

Vortrag/Vorlesung
21. Januar 2016
18:00 - 00:00 Uhr
Ort: Jüdisches Kulturhaus, Flora-Neumann-Straße 1, Hamburg
Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Jüdischer Sport in Hamburg im Nationalsozialismus

Mit dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba gab es in Hamburg bereits vor 1933 einen jüdischen Sportverein; die Mehrzahl der jüdischen Sportlerinnen und Sportler war jedoch in den bürgerlichen Vereinen aktiv. Diese Situation änderte sich nach dem 30. Januar 1933 schlagartig. In vorauseilendem Gehorsam schlossen auch die Hamburger Turn- und Sportvereine ihre jüdischen Mitglieder aus. Die von den neuen Machthabern angestrebte „Nationalsozialistische Volksgemeinschaft“, in der u.a. Juden und politische Gegner keinen Platz mehr hatten, wurde damit

in der Hamburger Sportbewegung frühzeitig Realität. Jüdinnen und Juden, die sich auch nach Hitlers Machtübernahme weiter sportlich betätigen wollten, konnten dies nur noch in jüdischen Vereinen tun. Im Frühsommer 1933 wurde in Hamburg die deutsch-jüdische Sportgruppe „Schild“ im „Vaterländischen Bund jüdischer Frontsoldaten“ gegründet. Sie erfuhr in den folgenden Jahren einen beträchtlichen Zulauf bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus assimilierten Familien. Neben dem Sport bot sich den Aktiven auch die Möglichkeit zur Identitätsfindung und Selbstbehauptung in einer Zeit der Ausgrenzung und Verfolgung.

Begleitveranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Hamburger Fußball im Nationalsozialismus. Einblicke in eine jahrzehntelang verklärte Geschichte."

Vorträge von Dr. Claudia Bade und Prof. Dr. Lorenz Peiffer

Ort: Jüdisches Kulturhaus, Flora-Neumann-Straße 1