Jüdische Museen und Erinnerungsorte in NRW – woher und wohin?

Vortrag/Vorlesung
21. Juni 2012
19:30 - 00:00 Uhr
Ort: Jüdisches Museum Westfalen
Veranstalter: Jüdisches Museum Westfalen

Referent: Dr. Norbert Reichling (Dorsten)

Die Erinnerung an den Völkermord an den europäischen Juden und an die Gesamtheit jüdischen Lebens hat vielfache Ankerpunkte in unserem Bundesland gefunden – ehemalige Synagogen, Gedenkstätten und Museen. Seit den 1980er Jahren wurde – oft aus bürgerschaftlichem Impuls heraus – eine Vielzahl an jüdischen Museen in (West-) Deutschland aufgebaut. Das vor 20 Jahren eröffnete Dorstener Jüdische Museum Westfalen ist dafür ein typisches Beispiel.

Viele dieser Gedenkorte wurden im Bewusstsein gegründet, dass aktives jüdisches Leben in den meisten Regionen bald zu Ende gehen würde. Ihre Programmatik und Praxis, die sie tragenden bürgerschaftlichen Motive und die Erwartungen an sie unterliegen aber nach 10, 20 oder mehr Jahren deutlichen Veränderungen, die hier an Beispielen skizziert werden sollen.

Woran erinnern diese Orte heute? Haben sie ihr Selbstverständnis verändert und neuen Rahmenbedingungen angepasst? Wie haben sich die Museen zu den erstarkten jüdischen Gemeinden, wie die Gemeinden zu den Museen positioniert? Und welche Aufgaben haben diese Erinnerungsorte für deutsch-jüdische Vergangenheit heute in einer globalisierten Einwanderungsgesellschaft?

Dr. Norbert Reichling ist Soziologie und Erwachsenenbildner; er leitet seit 2006 ehrenamtlich das Jüdische Museum Westfalen; Veröffentlichungen u.a. zur Gedenkkultur und Gedenkstättenpädagogik, zur politischen Bildung und zur DDR-Geschichte.

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Westfalen

Gebühr: 5 €, für Vereinsmitglieder 4 €