„Juden unerwünscht“ – Zur Situation deutscher Juden nach 1945

Vortrag/Vorlesung
8. Dezember 2016
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: NS-Dokumentationszentrum München
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München

Die Münchner Möhlstraße war zwischen 1946-1949 Symbol des jüdischen Nachkriegslebens. Hier residierten die internationalen Hilfsorganisationen und jüdischen Verbände. Die Straße in Bogenhausen, die auch als Zentrum des

Schwarzhandels galt, war Ziel polizeilicher Razzien und Ort jüdischen Protestes gegen neu aufflammenden Antisemitismus. Der Befreiung durch alliierte Soldaten folgte nämlich die Erkenntnis der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, dass sie weiterhin unerwünscht waren.

In der amerikanischen und der britischen Besatzungszone Deutschlands warteten jüdische „Displaced Persons“ in Lagern auf Möglichkeiten zur Auswanderung. Sie wollten nicht in ihre Heimatländer zurück, wo sie misshandelt worden waren, wo sie ihre Angehörigen verloren hatten, von wo aus sie deportiert wurden. Von internationalen Organisationen betreut, sahen sie sich dem Argwohn der deutschen Bevölkerung gegenüber.

Wolfgang Benz spricht über die Situation der Juden nach 1945 in Deutschland und Europa.

Prof. Dr. Wolfgang Benz lehrte bis 2011 an der TU Berlin und leitete dort das Zentrum für Antisemitismusforschung. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen, zuletzt: „‚Juden unerwünscht.’ Anfeindungen und Ausschreitungen nach dem Holocaust“.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.