Wider das Vergessen: Frauen in KZs und Straflagern der Nazis
Fachtagung "Frauen im KZ, Internierungs- oder Straflager" am 13. November 2015 in Gedenkstätte SS-Sonderlager /KZ Hinzert
Am Freitag, 13. November 2015 lädt die Landeszentrale für politische Bildung von 10.00 bis 17.00 Uhr zur Fachtagung "Jeder Tag dort war die Unendlichkeit. Frauen im KZ, Internierungs- oder Straflager" in die Gedenkstätte SS-Sonderlager/ KZ Hinzert ein. Anmeldungen sind unter info@gedenkstaette-hinzert.de oder Tel.: 06586 992595 möglich.
Nach der Begrüßung durch Wolfgang Faller, Direktor der LpB, analysiert Prof. Mechthild Gilzmer. Universität Saarbrücken, "Geschlechtsspezifische Faktoren bei der Verfolgung und Internierung von Frauen in Frankreich (1939-1944)". Im zweiten Vortrag stellt Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, das Thema "Verkehr mit Fremdvölkischen. Die Gruppe der wegen ,verbotenen Umgangs' im KZ Ravensbrück inhaftierten Frauen" in den Mittelpunkt.
Nach der Mittagspause geht es um 14.00 Uhr mit einem weiteren Aspekt des Themas weiter: Laura Müller, Absolventin der Saarbrücker Universität, präsentiert anhand von Akten des Landesarchivs Saarbrücken "Den verbotenen Umgang mit Kriegsgefangenen im Dritten Reich. Beziehungen deutscher Frauen zu ausländischen Kriegsgefangenen".
Dem letzten Tagungsvortrag "Das Frauenstraflager Flussbach" von Lena Haase, Studentin der Universität Trier, folgt um 16.30 Uhr eine abschließende Diskussionsrunde.
Zum Thema
Nur relativ wenige Männer wurden wegen des in der NS-Zeit "verbotenen Umgangs" mit Zwangsarbeitern, Zwangsarbeiterinnen oder Kriegsgefangenen bestraft. Fast immer traf es Frauen, die zudem härter bestraft wurden als die wenigen verurteilten Männer. Für viele dieser Frauen bedeutete dies Haft im KZ Ravensbrück, das 1938/39 im Norden der Provinz Brandenburg errichtet wurde. Zum Lagerkomplex, gehörten neben dem Frauenlager, das KZ Uckermark für Mädchen und junge Frauen, ein Männerlager, Industriebetriebe, und das Siemenslager Ravensbrück. Im April 1945 befreite die Rote Armee das KZ. Insgesamt waren ca. 132.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche aus 40 Nationen und Volksgruppen in den KZs Ravensbrück und Uckermark. 28.000 von ihnen überlebten es nicht.
Im Oktober 1939 wurde auch im französischen Rieuros bei Mende im Departement Lozère ein eigenes Fraueninternierungslager eingerichtet.
Das "Frauenstraflager" Flussbach war dem Straf- und Jugendgefängnis Wittlich angegliedert. Für Luxemburgerinnen und Französinnen, die sich in ihren Heimatländern am politischen Widerstand beteiligt hatten, war Flussbach eine Zwischenstation auf dem Weg ins KZ Ravensbrück.