Die unerwartet große Aufmerksamkeit, die die Ermordung von Mitarbeitern des Redaktionsteams der Zeitschrift Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 hervorrief, hat gleichzeitig die geringe öffentliche Resonanz auf die antisemitisch motivierten Gewalttaten in Frankreich und Belgien offen gelegt – sei es in Toulouse, Brüssel, Paris oder Créteil. Annette Lévy-Willard in der französischen Tageszeitung »Libération«: »Man spricht von ermordeten Zeichnern, weil sie Zeichner waren, von ermordeten Polizisten, weil sie Polizisten waren – und die Leute, die am Freitag in einem koscheren Supermarkt einkaufen gingen? Man traut sich nicht zu sagen ›Vier Juden wurden ermordet‹.«
Der Frage nach den Zusammenhängen zwischen Wirtschaftskrise, der verfehlten Integration der Pariser Banlieue, dem Erstarken des Front National, den westlichen Säkularisierungsphänomenen im »Islamismus« und dem Antisemitismus wird ein Podiumsgespräch nachgehen.
In Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft