Internationaler Holocaust-Gedenktag in der KZ Gedenk‐ und Begegnungsstätte Ladelund

Gedenkveranstaltung
27. Januar 2011
18:00 - 00:00 Uhr
Ort: KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund
Veranstalter: KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund

Um 18 Uhr:

Begrüßung und Grußwort

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Niederlegen eines Gebindes an den Gräbern der Ladelunder KZ Toten

18.30 Uhr:

Vortrag: Lebensunwertes Leben ?

Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen in Schleswig‐ Holstein

Referent: Dr. Harald Jenner

Anschließend:

Kleiner Imbiss Aussprache und Diskussion

Abschluss der Veranstaltung 20.30 Uhr

Zum Vortrag

Lebensunwertes Leben?

Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen in Schleswig‐ Holstein

Ca. 3500 Menschen aus Schleswig‐ Holstein wurden zwischen 1939 und 1945 in Tötungsanstalten gebracht. In Hadamar, Bernburg und weiteren Anstalten wurden im Rahmen der “Aktion T4” mindestens 70273 Menschen durch Gas getötet. Weitere Mordprogramme an geistig behinderten und psychisch  erkrankten Menschen folgten. „Kinderfachabteilungen“ in Krankenhäusern, Heil‐ und Pflegeanstalten dienten der “Kinder‐Euthanasie“, der Forschung  und anschließenden Tötung von Kindern und Jugendlichen, die körperlich oder geistig behindert waren. Insgesamt fielen mehr als 200.000 Menschen in

Deutschland der Nationalsozialistischen Euthanasie zum Opfer. Den Angehörigen wurden verschleiernde oder gefälschte Todesursachen mitgeteilt.

Der Referent Dr. Harald Jenner, Jg. 1955, studierte Sozial‐ und  Wirtschaftsgeschichte,  Geschichte und Theologie in Hamburg. Seit den 80‐er Jahren forscht er im  Bereich der Sozialgeschichte mit dem Schwerpunkt der NS‐Geschichte. Zur NS‐ Euthanasie hat er u. a. über die Anstalten und Krankenhäuser in Schleswig, Kropp, Rickling, Lübeck gearbeitet und das Schicksal der Betroffenen, darunter auch Menschen aus Flensburg, Osterby, Medelby, Ladelund, Süderlügum, Niebüll, Stedesand, Westerland, Wyk, Husum und anderen Orten, recherchiert.