Um 18 Uhr:
Begrüßung und Grußwort
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Niederlegen eines Gebindes an den Gräbern der Ladelunder KZ Toten
18.30 Uhr:
Vortrag: Lebensunwertes Leben ?
Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen in Schleswig‐ Holstein
Referent: Dr. Harald Jenner
Anschließend:
Kleiner Imbiss Aussprache und Diskussion
Abschluss der Veranstaltung 20.30 Uhr
Zum Vortrag
Lebensunwertes Leben?
Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen in Schleswig‐ Holstein
Ca. 3500 Menschen aus Schleswig‐ Holstein wurden zwischen 1939 und 1945 in Tötungsanstalten gebracht. In Hadamar, Bernburg und weiteren Anstalten wurden im Rahmen der “Aktion T4” mindestens 70273 Menschen durch Gas getötet. Weitere Mordprogramme an geistig behinderten und psychisch erkrankten Menschen folgten. „Kinderfachabteilungen“ in Krankenhäusern, Heil‐ und Pflegeanstalten dienten der “Kinder‐Euthanasie“, der Forschung und anschließenden Tötung von Kindern und Jugendlichen, die körperlich oder geistig behindert waren. Insgesamt fielen mehr als 200.000 Menschen in
Deutschland der Nationalsozialistischen Euthanasie zum Opfer. Den Angehörigen wurden verschleiernde oder gefälschte Todesursachen mitgeteilt.
Der Referent Dr. Harald Jenner, Jg. 1955, studierte Sozial‐ und Wirtschaftsgeschichte, Geschichte und Theologie in Hamburg. Seit den 80‐er Jahren forscht er im Bereich der Sozialgeschichte mit dem Schwerpunkt der NS‐Geschichte. Zur NS‐ Euthanasie hat er u. a. über die Anstalten und Krankenhäuser in Schleswig, Kropp, Rickling, Lübeck gearbeitet und das Schicksal der Betroffenen, darunter auch Menschen aus Flensburg, Osterby, Medelby, Ladelund, Süderlügum, Niebüll, Stedesand, Westerland, Wyk, Husum und anderen Orten, recherchiert.