In den finsteren Zeiten / wird da auch gesungen werden?

Konzert
27. Januar 2022
Ort: Alte Synagoge Hechingen, Goldschmiedstraße 20, 72379 Hechingen
Veranstalter: Alte Synagoge Hechingen

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Auf dieses Ereignis bezieht sich der 1996 eingeführte bundesweite Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass findet am Donnerstag, den 27. Januar 2022 um 19:00 Uhr in der Alten Synagoge Hechingen das Konzert „In den finsteren Zeiten / wird da auch gesungen werden?“ mit Tarek El Barbari (Gesang, Rezitation, Klavier) und Philip Dahlem (Klavier) statt. 

Das Programm „In den finsteren Zeiten / wird da auch gesungen werden“ versucht, eine Antwort auf diese titelgebenden Worte Bertolt Brechts zu finden – oder genau genommen: viele verschiedene. Finstere Zeiten hat es in der Weltgeschichte unzählige gegeben und es scheint ihnen gemein zu sein, dass die Kunst im Angesicht von Verfolgung, Widerstand und Exil einen unvergleichlichen Zufluchtsort für die Menschen bot. In Ton und Wort ist es dem Menschen einerseits möglich, das Erlebte zu verarbeiten, andererseits können sie selbst zum Mittel des Widerstandes oder auch zum Symbol der Hoffnung werden. Die Universalität kommt in der großen Vielfalt der ausgewählten Kompositionen zum Ausdruck. Neben Werken jüdischer Komponisten und Dichter aus Theresienstadt kommen auch armenische, arabische, sephardische, katalanische und deutsche Musik und Texte zu Gehör. Während dieses Programm zwar durchaus zeigt, dass von Leid und Grauen „gesungen“ wurde, so illustriert es gleichzeitig auch die Hoffnung und Sehnsüchte, die den Menschen – oft bis zuletzt – blieben. 

Teilnahme

Die Veranstaltung ist auf 50 Plätze begrenzt. Interessierte müssen sich bis spätestens Mittwoch, den 26. Januar 2022 per Email an vonbremen@remove-this.gedenkstaettenverbund-gna.org verbindlich voranmelden. 

Für die Teilnahme an der Veranstaltung selbst gilt 2G+; die entsprechenden elektronisch verarbeitbaren Nachweise müssen bei Eintritt vorgezeigt werden. Außerdem werden die Kontaktdaten erhoben. Es muss eine FFP2-Maske getragen werden. 

Die Kasse ist ab 18:15 Uhr geöffnet. Die Initiative Hechinger Synagoge bittet um rechtzeitiges Erscheinen. 

Eintritt: € 25 / ermäßigt € 15 / Schüler:innen und Studierende € 5 

Parken: In der unmittelbaren Nachbarschaft der Alten Synagoge dürfen nur Anwohner:innen parken. Wenige Gehminuten entfernt befinden sich aber mehrere offizielle Parkmöglichkeiten, die auf der Webseite der Stadt Hechingen eingesehen werden können: https://www.hechingen.de/de/Unsere-Stadt/Parken-in-Hechingen 

Fotos: Tarek El Barbari, Philip Dahlem (Bildrechte: privat) 

Die Musiker: 

Tarek El Barbari studiert seit dem Sommersemester 2020 in der Liedklasse von Prof. Hartmut Höll und Prof. Dr. h.c. Mitsuko Shirai an der Musikhochschule Karlsruhe. Vorher absolvierte er ein Schulmusikstudium mit Hauptfach Klavier (Klasse Tilman Krämer) an der Hochschule für Musik Freiburg, das er 2019 mit dem Staatsexamen abschloss, und nahm zudem das Studium der Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auf. Schon früh in seinem Studium bildete die Liedgestaltung einen besonderen Schwerpunkt, den er in einer intensiven Zusammenarbeit mit der finnischen Liedpianistin Pauliina Tukiainen pflegte. Seine künstlerischen Studien konnte er im Sommersemester 2017 im Zuge des Erasmus-Programms an der Escola Superior de Música de Catalunya in Barcelona u.a. in den Klassen von Prof. Jean-François Dichamp (Klavier) und Prof. Assumpta Mateu (Lied und Gesang) vertiefen. Ergänzende Impulse erhielt er durch Meisterkurse bei Prof. Carmen Piazzini (Klavier), sowie Prof. Anne le Bozec, Prof. Jan Philip Schulze, Prof. Peter Nelson und Prof. Axel Bauni (Lied). 

Der Pianist Philip Dahlem erhielt für seine künstlerische Entwicklung entscheidende Einflüsse durch die Arbeit mit Hartmut Höll und Mitsuko Shirai. Er spezialisierte sich dabei auf die Interpretation des Kunstlieds. Erweiternd wurde er in diesem Bereich von Pauliina Tukiainen, Hans-Peter Müller, und Matthias Alteheld gefördert. In Meisterkursen unter anderem bei Peter Nelson, Anne Le Bozec, Jan Philip Schulze, Eric Schneider und Konrad Jarnot ergänzte er seine Studien. Zudem arbeitete er mit dem Komponisten Wolfgang Rihm in dessen Meisterkursen Eigene Werke. In seiner solistischen Laufbahn wurde er geprägt durch Gilead Mishory und Meisterkurse bei Carmen Piazzini, Jacob Leuschner und Daniel Herscovitch. Ein besonderes Interesse hat Philip Dahlem an Kammermusik. Speziell das Genre Kunstlied fasziniert ihn. In diesem Sinn führte er beispielsweise Robert Schumanns Dichterliebe oder Die schöne Müllerin von Franz Schubert auf. Als Orchesterpart am Klavier begleitete er zudem Die Zauberflöte von Mozart. Ein Faible hat er für die Beschäftigung mit gesprochenem Text und der Interpretation von Literatur. So gehören zu seinem Repertoire auch Das Tagebuch der Anne Frank in der Komposition als Monooper von Grigori Frid, welche er zusammen mit der Sopranistin Lisa Hähnel und der Regisseurin Anja Kühnhold inszenierte. Bei einer Musiklesung über Tucholsky-Texte interpretierte er Eisler-Lieder mit dem Sprecher Rudolf Guckelsberger. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Komponisten und Tenor Steven Ebel. Einige seiner Werke kamen durch ihn zur Uraufführung. Die Sopranistin Stephanie Simon gehört zu seinen regelmäßigen Konzertpartnern. 

https://www.philip-dahlem.de/