Der Ruf nach nationalen, kulturellen und religiösen Identitäten hat in den letzten Jahrzehnten nicht nachgelassen, sondern ist stärker geworden. Aber auch die kritische Arbeit an weniger „reinen“ und starren Selbstbildern und Gesellschaftsvorstellungen ist intensiver geworden. Im Zuge dieser Arbeit wird immer wieder betont, dass die Frage nach Identitätskonstruktion nationaler, ethnischer, kultureller, religiöser oder geschlechtlicher Art, sich nicht von der Macht- und Gewaltfrage trennen lässt. Schließlich scheinen kollektive Identitätskonstruktionen in der Regel Selbstidealisierungen zu sein, die Bilder des „Gefährlichen“ oder „Rückständigen“ benötigen, um die Sicherung eigener Vorherrschaft und die Diskriminierung der „Anderen“ plausibel
erscheinen zu lassen. Wie konfliktgeladen die Lage ist, lässt sich an den „Verteidiger*innen“ des „christlichen Abendlandes“, an den Antigenderisten und nicht zuletzt an den Alltagspraktiken erkennen, die auf hierarchischen Bildern des „Eigenen“ und „Anderen“ beruhen und weiße europäische Privilegien verteidigen.
Dr. Christian Staffa, Studienleiter, Evangelische Akademie zu Berlin
Aline Seel, Pfarrerin, Institut Kirche und Judentum, Humboldt-Universität Berlin
Nina Schmidt, NARRT Netzwerkkoordination, Berlin
Dominik Gautier, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Dr. Rainer Möller, Pädagogisch-Theologisches Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland, Bonn
Ort: Google Maps
Preise
80,– EUR (ermäßigt 30,– EUR)
bestehend aus
Teilnahme 30,– EUR (ermäßigt 10,– EUR) inkl. 7% Mwst
Verpflegung 50,– EUR (ermäßigt 20,– EUR) inkl. 19% Mwst
Übernachtung (optional)
Einzelzimmer 70,– EUR (ermäßigt 50,– EUR) inkl. 7% Mwst
Doppelzimmer (p. P.) 50,– EUR (ermäßigt 20,– EUR) inkl. 7% Mwst
Zahlbar zu Beginn der Tagung (EC-Kartenzahlung möglich).
Ermäßigung für Studierende (bis 35 Jahre) und Arbeitslose oder
auf vorherige Anfrage. Keine Ermäßigung bei teilweiser Teilnahme.
Anmeldung
online mit dem Anmeldebutton bis eine Woche vor Veranstaltungsbeginn.
Eine Bestätigung erhalten sie ab dem 1. September.
Erst mit unserer Bestätigung wird Ihre Anmeldung verbindlich.
Abmeldung
Bis eine Woche vor Veranstaltungsbeginn kostenfrei möglich.
Anschließend erheben wir folgende Stornogebühren: bis einen Tag vor Veranstaltungsbeginn 30 %, danach 100% der von Ihnen bestellten
Leistungen.
Für diese Tagung wurde Bildungsurlaub nach dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz bewilligt.
Die Evangelische Akademie zu Berlin ist Mitglied der Evangelischen Akademien in Deutschland (EAD) e.V., Berlin.
Programm
Montag, 8. Oktober 2018
13.30 Uhr Ankommen und Anmeldung
14.30 Uhr Einführung
14.45 Uhr Identität – rassismuskritische Perspektiven auf ein umstrittenes Konzept
Prof. Dr. Paul Mecheril, Institut für Pädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Identität – Das Eigene und das Nicht-Eigene. Eine Spurensuche in der christlichen Tradition
Prof. Dr. em. Albrecht Grözinger, Praktische Theologie, Universität Basel
Identität – Selbstidealisierung oder Empowerment
Dr. Yael Kupferberg, Technische Universität Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung
16.45 Uhr Kaffeepause
17.15 Uhr Kommentare
Isidora Randjelovic, Feministisches Romnja Archiv RomaniPhen, Berlin
Dr. Max Czollek, Schriftsteller, Berlin
Léontine Meijer-van Mensch, Programmdirektorin,Jüdisches Museum Berlin
18.15 Uhr Podiumsdiskussion: Macht –Identität – Verletzung?
19.00 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Marktplatz – Arbeitsschwerpunkte der Teilnehmenden, Vorstellung der Arbeitsgruppen des kommenden Tages
21.30 Uhr Offener Abend
Dienstag, 9. Oktober 2018
8.00 Uhr Frühstück für Übernachtungsgäste
9.00 Uhr Andacht
9.30 Uhr Arbeitsgruppen mit Vortragenden und Kommentierenden
11.30 Uhr Kaffeepause
12.00 Uhr Antisemitismus, Rassismus und Vulnerabilität in Bildungsprozessen
Prof. Dr. Thorsten Knauth, Arbeitsstelle interreligiöses Lernen, Universität Duisburg-Essen
13.00 Uhr Mittagessen
14.30 Uhr Konkretionen I
Identität und Digitalität
Duygu Gezen, funk, Content-Strategin und Formatentwicklerin, Mainz
Timo Versemann, Projektleitung, Netzteufel, Evangelische Akademie zu Berlin
Kultursensible Seelsorge – neue Herangehensweisen
Dr. Christina Kayales, Krankenhausseelsorgerin und Psychotherapeutin, Hamburg
Gülbahar Erdem, Friedrich-Alexander Universität, Nürnberg-Erlangen, MUSE e.V. Wiesbaden
Religionspädagogik: Erfahrung aus multireligiösem Unterricht
Teilnehmende des interreligiösen Gesprächskreises junger Menschen und Prof. Dr. Thorsten Knauth
16.00 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr Konkretionen II
Schule in der Migrationsgesellschaft
Dr. Thomas Geier, Erziehungswissenschaften,Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Religionspädagogische Überlegungen zum Religionsunterricht nach Auschwitz
Dr. Paul Petzel, Theologe und Pädagoge, Andernach
Gedenken, Schuld, Identitäten
Prof. Dr. Katharina von Kellenbach, Religious Studies, St. Marys College, Maryland, USA
18.00 Uhr Sichtungen
19.00 Uhr Abendessen
20.30 Uhr Offener Abend
Mittwoch, 10. Oktober 2018
8.00 Uhr Frühstück
9.00 Uhr Andacht
9.30 Uhr Dietrich Bonhoeffer’s Post-Racial Blues
Prof. Dr. J. Kameron Carter, Duke University, North Carolina, USA
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Schuld und Identität
Prof. Dr. Katharina von Kellenbach
13.00 Uhr Abschlusspodium
14.00 Uhr Mittagessen und Abschied
Änderungen des Programms vorbehalten!
Gefördert von:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextrememismus (BAGKR)
Unterstützt durch:
Comenius-Institut
Evangelischer Kirchenkreis Berlin Stadtmitte