„Ich wollte für mein ganzes Leben frei sein...“ Münchner Schicksale der nationalsozialistischen Krankenmorde

Lesung
16. Juni 2016
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: NS-Dokumentationszentrum München
Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus"

Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München in Zusammenarbeit mit der AG „Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus in München"


 

Zwischen 1939 und 1945 wurden mehr als 200.000 Menschen im Deutschen Reich Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde, darunter auch ca. 2.000 Münchner Bürgerinnen und Bürger. Als „lebensunwertes Leben” waren sie in den Heil- und Pflegeanstalten dem Tod geweiht und wurden mit Kohlenmonoxid, mit überdosierten Medikamenten, durch Vernachlässigung und gezielten Nahrungsmittelentzug ermordet.

In der szenischen Lesung bekommen Münchner Opfer der NS-„Euthanasie“ mehr als 70 Jahre nach ihrer Ermordung eine Stimme. Ihre Briefe zeugen von ihren Wünschen und Ängsten, dokumentieren die Zwangsmaßnahmen, denen sie ausgesetzt waren, schildern aber auch ihre Vorstellungen zur Lebensgestaltung. Fotografien geben den Opfern ein Gesicht und ihre  Zeichnungen zeigen die Welt mit ihren Augen. Kontrastierend dazu berichten die Dokumente der Täter von denjenigen, die die nationalsozialistische „Gesundheitspolitik“ vertraten und vollzogen.

 

Konzeption und Einführung: Dr. Sibylle von Tiedemann.

 

Es lesen: Katja Schild und Christian Baumann. Mit musikalischer Begleitung.