„Ich schätze das Leben, jedes bisschen…“Potsdamer Schülerinnen und Schüler lesen in der Gedenkstätte Leistikowstraße aus den Erinnerungen ehemaliger Häftlinge
„Ich schätze das Leben - jedes bisschen …“ So lautet das Fazit, das die heute 81jährige Helga Gäbel zog, nachdem sie von dem Schicksal berichtete, das sie 1950 als 20jährige in den Fängen des sowjetischen Geheimdienstes erlitt. Sie ist eine der ehemaligen Häftlinge des sowjetischen Untersuchungsgefängnisses in der Potsdamer Leistikowstraße, aus deren Erinnerungen Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder am Mittwoch, 12. September 2012, um 18 Uhr in der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße lesen werden. Zu dieser Veranstaltung laden wir alle Interessierten sehr herzlich ein. Der Eintritt ist frei.
Als die heute 17- bis 18jährigen Schülerinnen und Schüler noch zur Grundschule gingen, lag ihr Schulhof in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gebäude des ehemaligen KGB-Gefängnisses in der Potsdamer Leistikowstraße. Mit der Geschichte des Gefängnisses und der Inhaftierten, von der sie damals kaum etwas gewusst haben dürften, haben sie sich in Vorbereitung der Lesung intensiv auseinandergesetzt. Sie beschäftigten sich mit den Schicksalen von zwei Frauen und drei Männern, die als Jugendliche vom sowjetischen Geheimdienst hierher verschleppt wurden: Hergart Wilmanns, Helga Gäbel, Günter Martins, Heinz Schwollius und Friedrich Klausch.
Als gedenkstättenpädagogisches Projekt der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam entstand unter Leitung der Theaterpädagogin Gela Eichhorn eine szenische Lesung, die den Opfern des sowjetischen Geheimdienstes und dem Unrecht, das sie erleiden mussten, eine eindringliche Stimme verleiht. Die Lesung erlebte ihre Premiere bei der Eröffnung der Dauerausstellung im April. Gela Eichhorn leitet seit vielen Jahren Projekte, in denen sie Jugendliche bei der Beschäftigung mit Zeitzeugenberichten begleitet und dies im Prozess einer künstlerischen Auseinandersetzung vertieft. So entstanden u.a. Lesungen in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück sowie für die Jüdische Gemeinde Berlin. Musikalisch wird die Lesung von dem Berliner Kontrabassisten Jaspar Libuda begleitet.
Mittwoch, 12. September 2012, um 18 Uhr
„Ich schätze das Leben - jedes bisschen …“
Szenische Lesung mit Schülerinnen und Schülern des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder
Leitung: Gela Eichhorn, Theaterpädagogin
Musikalische Begleitung: Jaspar Libuda, Kontrabass
Der Eintritt ist frei.
Gedenk- und Begegnungsstätte Lesitikowstraße Potsdam
in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Leistikowstraße 1, 14469 Potsdam
Tel. 0331-2011 540
E-Mail: mail@gedenkstaette-leistikowstrasse.de
Information: www.gedenkstaette-leistikowstrasse.de
Verantwortlich:
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