Schicksale ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und das Hamburger Besuchsprogramm 2001 bis 2013. Ausstellung im Rathaus vom 21. August bis 13. September 2014.
Dreizehn Jahre lang, von 2001 bis 2013, hat die Stadt Hamburg ein Besuchsprogramm für ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter organisiert. Über 400 Personen aus der Ukraine, aus Polen, Weißrussland, Russland, Tschechien und Lettland bekamen die Möglichkeit, Hamburg noch einmal zu besuchen. Hamburg – die Stadt, in die sie in den Jahren des Zweiten Weltkrieges zur Zwangsarbeit verschleppt worden waren. Eine halbe Million Menschen hatte hier in den Jahren 1939 bis 1945 Zwangsarbeit leisten müssen - Frauen, Männer und Kinder. In allen Industriezweigen, in der Landwirtschaft, im Handwerk und in privaten Haushalten waren Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt, um die Kriegswirtschaft am Laufen zu halten. Nach dem Krieg mussten die aus Osteuropa verschleppten Menschen die bittere Erfahrung machen, dass sie in ihrem Heimatland als vermeintliche "Vaterlandsverräter" erneuter Verfolgung und Benachteiligung ausgesetzt waren.
Das Hamburger Besuchsprogramm stellte ein wichtiges Zeichen der Anerkennung des Schicksals der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter dar – auch wenn über 50 Jahre nach Kriegsende nur noch eine kleine Gruppe der damals nach Hamburg Verschleppten erreicht werden konnte. Das Besuchsprogramm ermöglichte es den ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, Orte wiederzusehen, an denen sie Jahre ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben und die für sie mit sehr schweren, vereinzelt aber auch guten Erinnerungen verbunden sind.
Die Ausstellung stellt das Besuchsprogramm für ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter vor und zeigt die Bedeutung, die es für alle an ihm beteiligten Menschen hatte. Persönliche Schicksale veranschaulichen, dass die Erinnerungen an die Kriegsjahre und die Verschleppung nach Hamburg bei den ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern auch im hohen Alter noch schmerzhaft präsent sind.
Die Ausstellung wird von Katharina Hertz-Eichenrode kuratiert.
Die Erarbeitung der Ausstellung und des Veranstaltungsprogramms wird von einem Beirat begleitet. Ihm gehören an:
Ausstellung im Rathaus
Die Ausstellung des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme e. V. wurde im Auftrag der Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme e. V. erstellt. Sie ist vom 21. August bis 13. September 2014 (ausgenommen 5. bis 8. September) im Hamburger Rathaus/Rathausdiele zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 7-19 Uhr
Samstag: 10-18 Uhr
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