Thema: Die unbeugsame Marianne Cohn und ihre ungeklärte Ermordung
Marianne Cohn (1922-1944) lebte ab 1929 mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester in Tempelhof.
Die Politik der Nazionalsozialisten veranlasste die jüdische Familie 1934, nach Spanien zu fliehen. Angesichts des Bürgerkrieges zog die Familie in die Schweiz und 1938 schließlich nach Frankreich. Marianne Cohn wurde Kinderfürsorgerin. In dem von Deutschen besetzten Frankreich war sie in jüdischen Gruppen innerhalb der französischen Résistance aktiv.
1944 wurde sie bei dem Versuch, eine Gruppe von jüdischen Kindern von Frankreich in die Schweiz in Sicherheit zu bringen, mit fünf Begleiterinnen und Begleitern dicht an der Grenze verhaftet. Die Kinder wurden gerettet.
Die sechs jungen Betreuerinnen und Betreuer - unter ihnen Marianne Cohn - wurden am 8. Juli 1944 ermordet.
Die deutschen Täter wurden nie gefasst.