Topographie des Terrors | Auditorium | Niederkirchnerstr. 8 | Berlin-Kreuzberg
Ludolf Herbst, der bis 2008 Neuere und Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin lehrte, vertritt in seinem neuen Buch die Auffassung, dass alle Charakterisierungen der NS-Diktatur als charismatische Herrschaft in die Irre führen. Der bekannte Historiker zeigt vielmehr, dass die manipulativen Möglichkeiten moderner Propaganda, die die NSDAP wie keine andere Partei beherrschte, bis heute unterschätzt werden. Der „Führer” wurde Schritt für Schritt von der NS-Propaganda zum Messias stilisiert und damit mehr und mehr zur Ikone öffentlicher Verehrung. Die noch immer verbreitete Vorstellung vom „charismatischen Führer” verweist Herbst in das Reich der Legenden.
Hans Mommsen, 1930 geboren, lehrte bis zu seiner Emeritierung 1996 Neuere Geschichte an der Ruhruniversität in Bochum. Mit zahlreichen Publikationen zur Geschichte der Sozialdemokratie, der Arbeiterbewegung und des Widerstands erwarb er internationales Ansehen. Mit seiner These, Hitler sei ein „schwacher Diktator“ gewesen, beeinflusste er viele Jahre die Forschung. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören u.a. Beamtentum im Dritten Reich (1966), Der Nationalsozialismus und die deutsche Gesellschaft. Ausgewählte Aufsätze (1991) und die gemeinsam mit Manfred Grieger veröffentlichte Studie Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich (1996).
Klaus-Dietmar Henke, 1947 geboren, ist Professor für Zeitgeschichte an der Technischen Universität Dresden. Von 1997 bis 2001 war er Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung in Dresden. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Nationalsozialismus und zur Geschichte der beiden Deutschen Staaten vorgelegt, zuletzt Revolution und Vereinigung. Als in Deutschland die Realität die Phantasie überholte (2009) und Tödliche Medizin im Nationalsozialismus. Von der Rassenhygiene zum Massenmord (2008).
(Gemeinsam mit dem Fischer Taschenbuch Verlag)