Vortrag: Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, Berlin
Einführung: Marion Gardei, Beauftragte für Erinnerungskultur der EKBO
Eine gemeinsame Veranstaltung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und der Initiative Gedenkort für die Opfer der NS-Lebensraumpolitik
„Lebensraum im Osten“ wollten die Nationalsozialisten gewinnen, durch einen beispiellosen Rassen- und Vernichtungskrieg gegen die Völker der Sowjetunion. Er wurde mit antisemitischen, antislawischen und geopolitischen Ideologien und Stereotypen begründet. Diese sind seit dem 19. Jahrhundert von deutschen Historikern und Geographen entwickelt und von Literaten, Publizisten und nicht zuletzt auch Theologen verbreitet worden. Seitdem sind sie in der Mentalität von großen Teilen der deutschen Bevölkerung tief verwurzelt. Wolfgang Wippermann geht in seinem Vortrag diesen Entwicklungen nach.
Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, geboren 1945, ist außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut an der Freien Universität Berlin. Wippermann hat zahlreiche ideologiegeschichtliche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter 2007 den politischen Essayband „Die Deutschen und der Osten. Feindbild und Traumland“.
Pfrn. Marion Gardei, geboren 1957, ist als Beauftragte für Erinnerungskultur der Landeskirche seit 2014 zuständig für die Planung und Koordination von Bildungsprogrammen und wissenschaftlichen Veranstaltungen an kirchlichen Erinnerungsorten in der Region sowie die Zusammenarbeit mit den staatlichen Gedenkstätten.
Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe Opfer der deutschen „Lebensraum“-Politik in Osteuropa. Eine vergleichende Sicht von Mai bis Oktober 2015.