Am 16. Mai 1933 verschleppten die badischen Nationalsozialisten sieben bekannte Sozialdemokraten auf einem offenen Polizeiwagen vom Gefängnis in der Karlsruher Riefstahlstraße ins Konzentrationslager Kislau nördlich von Bruchsal. Damit wollten sie ihre Macht demonstrieren und ihre politischen Gegner demütigen. Die Route der Schaufahrt war mit Bedacht gewählt: Sie führte an Orten vorbei, die für die zerstörte Weimarer Demokratie standen. In der Presse war die Aktion prominent angekündigt worden. Tausende Karlsruherinnen und Karlsruher kamen, um die Männer zu begaffen und zu verhöhnen.
Die Schaufahrt nach Kislau markierte einen Tiefpunkt in der Karlsruher Stadtgeschichte. Das Stadtarchiv Karlsruhe, der Lernort Kislau e. V. und der Forum Ludwig Marum e. V. nehmen den 90. Jahrestag des Ereignisses zum Anlass, um im Rahmen einer historischen Collage an das schändliche Spektakel zu erinnern. Aus Zeitzeugnissen, Presseberichten, Fotos und Dokumenten entsteht ein umfassendes Bild der Propagandaaktion. Zugleich wird der Blick auf die Männer gerichtet, die im Rahmen der Aktion ins KZ überführt wurden.
Der Eintritt ist frei.