Während des Krieges waren im Zuchthaus Fuhlsbüttel mehrere hundert norwegische und dänische Gefangene inhaftiert. Zur Kontrolle von deren Post beauftragte die Hamburger NS-Justiz die Dolmetscherin für skandinavische Sprachen Hiltgunt Zassenhaus. Diese nutzte ihre Tätigkeit, um den Gefangenen zu helfen. Die norwegischen Gefangenen wurden von Seemannspastoren betreut. Als Hiltgunt Zassenhaus den Auftrag erhielt, deren Besuche bei den Gefangenen zu überwachen, entwickelte sich zwischen ihr und den Pastoren eine fruchtbare Zusammenarbeit. Medikamente zur Versorgung kranker Häftlinge, Briefe und Lebensmittel wurden in das Zuchthaus geschmuggelt und Nachrichten an Angehörige weitergeleitet. Etliche Gefangene verdanken ihr und den Seemannspastoren das Überleben der Haft. Von den skandinavischen Häftlingen erhielt Hiltgunt Zassenhaus den Namen „Engel von Fuhlsbüttel“. Allerdings entwickelten sich auch Legenden um Hiltgunt Zassenhaus, zu deren Verbreitung sie selbst mit ihrem Roman „Ein Baum blüht im November“ wesentlich beigetragen hat. Die Veranstaltung will auch dem nachgehen und einige dieser Legenden benennen – ohne damit ihre tatsächlich vorhandenen großen Verdienste zu negieren.
Eine Veranstaltung mit Herbert Diercks (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) und Christoph Bitterberg (Hamburg).
Ort: Gedenkstätte Konzentrationslager
und Strafanstalten Fuhlsbüttel 1933–1945
Suhrenkamp 98, 22335 Hamburg (S/U-Bahnhof Ohlsdorf (S1/ U1))